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Schuldspruch für Tschetschenen Gericht verurteilt Angeklagte im Fall Nemzow

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Die Angeklagten sitzen hinter Panzerglas in einem Militärgericht in Moskau.

(Foto: picture alliance / Denis Tyrin/A)

Das Gericht in Moskau befindet fünf Angeklagte des Mordes an Boris Nemzow für schuldig. Der Kreml-Kritiker wurde 2015 in der russischen Hauptstadt auf einer Brücke erschossen. Die Suche nach den Hintermännern könnte allerdings noch Jahre dauern.

Mehr als zwei Jahre nach dem Mord an dem russischen Oppositionellen Boris Nemzow hat ein Moskauer Gericht fünf Angeklagte schuldig gesprochen. Über das Strafmaß werde am kommenden Dienstag beraten, hieß es der Agentur Interfax zufolge. Seine Tochter Schanna Nemozwa, die als Nebenklägerin auftrat, kritisiert das Urteil.

Es sei bewiesen, dass die Angeklagten bereits Ende September 2014 die Tat geplant hätten, erklärte der Richter Juri Schitnikow in der Urteilsverkündung. Der Mordauftrag soll von einer Person stammen, nach der international gefahndet werde. Zudem gebe es noch andere Drahtzieher, zu denen die Angeklagten enge Verbindungen gehabt haben sollen. Sie sollen für den Mord rund 15 Millionen Rubel (etwa 230.000 Euro) bekommen haben.

Nemzow, ehemaliger Vizeregierungschef und Kremlkritiker, war am 27. Februar 2015 nachts auf einer Brücke in der Nähe des Kremls in Moskau erschossen worden. Die fünf aus Tschetschenien stammenden Angeklagten hätten die Tat ausgeführt, urteilten die Geschworenen. Die Anklage hatte dem Todesschützen, einem Ex-Polizisten, sowie dem Fahrer des Fluchtwagens und drei Komplizen einen Auftragsmord vorgeworfen.

Der Todesschütze verdiene keine Gnade, urteilten die Geschworenen. Ihm droht deshalb eine lebenslange Haftstrafe. Das Schuldspruch der Geschworenen war nicht einstimmig. Zehn der zwölf Laienrichter hielten ihn für schuldig.

Putin bezeichnete Mord als "Provokation"

Die Urteilsverkündung war ursprünglich für vergangenen Dienstag angesetzt gewesen. Die Geschworenen konnten sich jedoch in zwei Sitzungen nicht auf einen Schuldspruch einigen. Nach russischem Strafrecht mussten sie daraufhin über alle 26 Fragen, die ihnen Richter Schitnikow aufgegeben hatte, einzeln abstimmen. Dabei war kein einstimmiges Ergebnis erforderlich.

Die Tschetschenen hatten nach ihrer Festnahme Geständnisse abgelegt, diese im Prozess aber widerrufen. Nemzows Familie kritisierte mehrfach, dass vielen Spuren nicht nachgegangen und den Verbindungen zur tschetschenischen Führung nicht genug Gewicht beigemessen worden seien.

Die Tat hatte 2015 international Schlagzeilen gemacht und weltweit für Bestürzung gesorgt. Russlands Präsident Wladimir Putin bezeichnete den Mord damals als politische "Provokation". Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte im Laufe der mehrtägigen Urteilsfindung, dass die Suche nach den Hintermännern noch Jahre andauern könnte.

Tochter Schanna Nemozwa hat den Behörden eine Verschleppung der Ermittlungen vorgeworfen. «Die Geschworenen haben fünf Mitwirkende im Mord an meinem Vater schuldig gesprochen, aber der Fall bleibt ungelöst», schrieb Nemzowa bei Facebook. «Ich habe nichts anderes von den Ermittlern und Gesetzeshütern in Russland erwartet», sagte sie. 

Quelle: n-tv.de, vni/dpa

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