Politik

Mitgliedschaft in Terrorgruppe Gericht verurteilt Gülen-Bruder

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Fethullah Gülen im September 2016.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sein Bruder Fethullah soll den Putschversuch der türkischen Regierung im Juli 2016 geplant und befohlen haben. Dass auch Kutbettin Gülen dieser Bewegung angehört, sieht ein Gericht in Izmir als erwiesen an und verurteilt ihn zu einer hohen Haftstrafe.

Der Bruder des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen ist in der Türkei zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Izmir verurteilte Kutbettin Gülen zu zehn Jahren und sechs Monaten Gefängnis, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Er war wegen der "Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrorgruppe" angeklagt worden. Seit seiner Festnahme im Oktober 2016 befindet sich Gülen in einem Gefängnis in der Provinz Denizli im Westen der Türkei.

Die türkische Regierung macht die religiös-konservative Bewegung von Fethullah Gülen für den gescheiterten Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Staatschef Recep Tayyip Erdogan fordert Gülens Auslieferung aus den USA, wo der Prediger seit 1999 in Pennsylvania lebt. Erdogan forderte bei seinem jüngsten Staatsbesuch in Deutschland auch in der Bundesrepublik ein Verbot der Gülen-Bewegung, die in der Türkei seit dem gescheiterten Coup d´État als Terrororganisation "FETÖ" geführt wird.

Nach früheren türkischen Medienberichten hat Fethullah Gülen noch drei lebende Brüder sowie zwei Schwestern. Ihre derzeitigen Aufenthaltsorte sind unbekannt. Es wird davon ausgegangen, dass Kutbettin Gülen der einzige von ihnen ist, der während der auf den Putschversuch folgenden Verhaftungswellen festgenommen wurde. Mindestens zwei Neffen Gülens wurden jedoch inhaftiert.

Seit dem Putschversuch wurden mehr als 77.000 mutmaßliche Gülen-Anhänger festgenommen, darunter neben Soldaten auch Lehrer und Richter. 140.000 weitere wurden aus dem Staatsdienst entlassen oder suspendiert. Der seit dem Putschversuch geltende Ausnahmezustand wurde erst im Juli aufgehoben.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP

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