Politik

Nach großer Spendenaktion Litauer verabschieden Kampfdrohne für Ukraine

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Die "Bayraktar"-Drohne am Luftwaffenstützpunkt der litauischen Stadt Siauliai.

(Foto: IMAGO/Scanpix)

Innerhalb weniger Tage sammeln die Bürger Litauens fast sechs Millionen Euro für den Kauf einer Kampfdrohne. Die "Bayraktar" ist ein Geschenk für die Ukraine im Kampf gegen die russischen Streitkräfte. Nun ist die Drohne auf dem Weg in das Kriegsland.

Eine von Litauen gespendete Kampfdrohne ist auf dem Weg in die Ukraine. Das berichtet unter anderem der litauische Journalist Andrius Tapinas von Liberty TV. Anfang Juni hatten die Einwohner des Landes bei einer Spendenaktion innerhalb weniger Tage fast sechs Millionen Euro für den Kauf der Drohne gesammelt. Begeistert von der Aktion überließ der türkische Hersteller Baykar Litauen sie dann sogar kostenlos, damit das gesammelte Geld für andere Zwecke genutzt werden kann.

Auf Twitter schreibt Tapinas von 10.000 Menschen, die am Mittwochabend zusammengekommen seien, um die Kampfdrohne zu verabschieden und ihr "viel Glück im Krieg zu wünschen". Sie ist verziert mit den Wappen beider Länder.

Das ukrainische Militär nutzt bereits "Bayraktar"-Drohnen im Kampf gegen die russischen Streitkräfte: Die Türkei hatte vor dem Krieg mehrere Kampfdrohnen desselben Typs an die Ukraine verkauft, von denen zwölf geliefert worden sein sollen. Zu Lieferungen während des Krieges gibt es keine Angaben.

Andrius Tapinas hatte die Spendenaktion selbst initiiert. Von dem gesammelten Geld sollten nach Angaben des Journalisten 1,5 Millionen Euro an das litauische Verteidigungsministerium überwiesen werden, um die Drohne auszurüsten. Die restlichen 4,4 Millionen Euro sollen demnach für humanitäre Zwecke in der Ukraine eingesetzt werden.

Nach dem Vorbild ihrer Nachbarn in Litauen sammeln mittlerweile auch Bürger in Polen Geld für den Kauf einer Drohne, die an Kiew weitergegeben werden soll. Laut der Website der Organisatoren sind dabei bislang rund 1,4 Millionen Euro zusammengekommen. Für den Kauf benötigt werden knapp 5 Millionen Euro. Laut Angaben des Entwicklers Selcuk Bayraktar wird die Drohne vom Typ "Bayraktar TB2" nach erfolgreichen Einsätzen gegen das russische Militär weltweit nachgefragt. "'Bayraktar TB2' tut das, was sie tun sollte - sie schaltet einige der modernsten Flugabwehrsysteme, Artilleriesysteme und Panzerfahrzeuge aus", so der Unternehmer. "Die ganze Welt ist unser Kunde."

(Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 07. Juli 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mbe/dpa/rts

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