Politik

Politischer Protest in Barcelona Gewalt überschattet Spitzenspiel in Spanien

9cbf46595bea6414ca5cb821b08e5048.jpg

Demonstranten setzten Barrikaden und Mülltonnen in Brand und bewarfen die Polizei mit Steinen und Flaschen.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Tausende Anhänger der katalanischen Unabhängigkeit nutzen das Fußball-Match zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. Der Polit-Protest beschränkt sich nicht nur auf das Stadion. Es kommt zu gewalttätigen Ausschreitungen.

Rund um das Spitzenspiel zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid ist es in der katalanischen Hauptstadt Barcelona zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und den Befürwortern einer Unabhängigkeit Kataloniens gekommen. Dabei wurden nach Angaben von Rettungskräften am Mittwochabend 46 Menschen leicht verletzt, acht von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Neun Demonstranten wurden nach Angaben der Polizei festgenommen.

ff247de73bd96b99969baf88598c6717.jpg

Politische Fan-Choreografie im Stadion.

(Foto: imago images/AFLOSPORT)

Die katalanischen Unabhängigkeitsbefürworter der Bewegung "Demokratischer Tsunami" hatten zu der Demonstration aufgerufen. Bereits vor dem Spiel legten Tausende Demonstranten den Verkehr rund um das Stadion Camp Nou lahm. Auf den Rängen im Stadion schwenkten Anhänger einer Loslösung der Region von Spanien tausende katalanische Fahnen. Auch wurden Banner mit dem Motto "Spanien, setz dich hin und rede" hochgehalten, mit denen für einen politischen Dialog geworben wurde.

Außerhalb des Stadions mündeten die Proteste dann aber in Gewalt. Vermummte Demonstranten setzten Barrikaden und Mülltonnen in Brand und bewarfen die Polizei mit Steinen und Flaschen. Die Beamten setzten Schlagstöcke ein.

"El Clásico" bereits zuvor wegen Demos verschoben

Das als "El Clásico" bezeichnete Spitzenspiel der spanischen Liga endete 0:0. Es hatte eigentlich bereits am 26. Oktober stattfinden sollen, war aber wegen der massiven und teils gewaltsamen Proteste von Unabhängigkeitsbefürwortern verschoben worden.

Die Bewegung "Demokratischer Tsunami" fordert ein zweites Unabhängigkeitsreferendum, was die spanische Zentralregierung in Madrid ablehnt. Anfänglich hatte am Mittwochabend rund ums Stadion noch Party-Atmosphäre mit Gesängen und Parolen geherrscht. Blaue Banderolen mit dem Slogan des "Demokratischen Tsunami" ("Freiheit, Rechte, Selbstbestimmung") wurden verteilt.

Zu dem Match kamen fast 100.000 Fans. Rund 3000 Polizisten sicherten das Stadion ab. Auch im Stadion selbst wurden mehr Sicherheitskräfte eingesetzt als gewöhnlich.

Quelle: ntv.de, can/AFP