Politik

Auf Problem-Viertel fokussieren Giffey will mobile Impfteams einsetzen

239311305.jpg

Kinder, die schon vor der Pandemie sozial benachteiligt waren, sind nun besonders betroffen, sagt die Ministerin.

(Foto: picture alliance / Flashpic)

Beim Impfen müssen sozial benachteiligte Menschen stärker in den Blick genommen werden, mahnt Familienministerin Giffey. Gegen Vorbehalte helfe nur Aufklärung - "in der Sprache, über die Sender, die gehört werden". Das sollen mobile Impfteams schaffen.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat sich für mobile Impfteams in benachteiligten Stadtteilen ausgesprochen. "Wenn zusätzlich mit mobilen Teams gearbeitet werden kann, würde ich das absolut befürworten. Zunächst einmal ist Aufklärungsarbeit wichtig", sagte die SPD-Politikerin im ARD-"Morgenmagazin". Besonders relevant sei diese für Stadtteile, in denen die Corona-Zahlen besonders hoch sind.

Dies sei nicht in allererster Linie eine Frage des Migrationshintergrunds, sondern eine soziale Frage. Allerdings lebten Menschen mit Migrationshintergrund oft in sehr beengten Verhältnissen und hätten zudem wegen mangelnder Sprachkenntnisse Probleme beim Verständnis der Corona-Regeln, sagte Giffey. Auch beim Impfen sei es wichtig, die Menschen in den sozialen Brennpunkten stärker in den Blick zu nehmen.

Bei vielen Menschen gebe es Vorbehalte, große Ängste und Unsicherheiten. "Und dann wird doch vielleicht die Entscheidung getroffen: Ich lasse mich jetzt impfen, aber ich weiß gar nicht, wie das geht." Deshalb müsse man um Vertrauen werben und "hingehen, ansprechen in der Sprache, über die Sender, die gehört und gesehen werden", sagte Giffey. Mit den Teams könne man dort schließlich alle Menschen erreichen.

Impfbereitschaft der Eltern besonders wichtig

Die Ministerin mahnte besonders negative Folgen der Pandemie für Kinder an, die schon vorher sozial benachteiligt waren. "80 Prozent der Kinder geht es gut, 20 Prozent sind aber eben mit besonderem Unterstützungsbedarf, das sind sehr viele Kinder mit Migrationshintergrund. Und diese Schere wird natürlich durch die Pandemie verstärkt", sagte Giffey. Die Bundesregierung werde deshalb mit Aufholprogrammen besonders diese Kinder und Jugendliche in den Blick nehmen.

Vor dem Hintergrund steigender Corona-Fallzahlen bei Kindern appellierte die Familienministerin besonders an Eltern, sich so bald wie möglich impfen zu lassen, wie die Essener Funke Mediengruppe berichtete. Nach dem Impfgipfel sei absehbar, dass die Frage der Impfpriorisierung sich in Kürze erledigt haben werde.

"Ab Juni wird es dann sehr schnell darum gehen, dass möglichst viele Erwachsene bereit sind, sich tatsächlich impfen zu lassen - auch Eltern." Sie rufe deshalb alle auf, sich für eine Impfung zu entscheiden. Dies sei auch für einen sicheren Kita-Betrieb wichtig, erklärte Giffey.

Quelle: ntv.de, spl/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.