Politik

Neuer Mutations-Hotspot Grenzregion zu Frankreich macht Sorge

217369068.jpg

Schon im Frühjahr 2020 hatte es wegen des Coronavirus Grenzkontrollen gegeben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im französischen Moselle werden mehr als 300 Infektionen mit Corona-Varianten nachgewiesen. Der Gesundheitsminister ist "beunruhigt" - und auch auf der deutschen Seite der Grenze schaut man besorgt auf die Entwicklung. Es drohen erneut Grenzkontrollen.

Nach dem Auftreten Hunderter mutmaßlicher Infektionen mit ansteckenderen Varianten des Coronavirus in der französischen Grenzregion zu Deutschland prüfen Frankreichs Behörden strengere Corona-Auflagen. Gesundheitsminster Oliviér Véran sprach am Donnerstagabend von einer "beunruhigenden Lage" im Département Moselle, das an das Saarland grenzt. Dort seien in den vergangenen vier Tagen mehr als 300 mutmaßliche Infektionen mit den südafrikanischen und brasilianischen Varianten des Coronavirus nachgewiesen worden.

Véran wollte im Laufe des Tages in das Département reisen, um mit den Verantwortlichen vor Ort über mögliche verschärfte Schutzmaßnahmen zu beraten. Der Bürgermeister der Départementshauptstadt Metz, François Grosdidier, sprach sich in einem Interview bereits für eine erneute vollständige Ausgangssperre aus. Véran warnte, die südafrikanischen und brasilianischen Virus-Varianten seien offenbar nicht nur ansteckender als die Grundform, sondern möglicherweise auch "weniger sensibel für bestimmte Impfstoffe". Zudem würden sie vom Immunsystem bereits in der Vergangenheit an Covid-19 erkrankter Menschen möglicherweise nicht erkannt.

Mehr zum Thema

Angesichts der Ausbreitung der Mutationen hatte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans erneute Grenzkontrollen zu Frankreich oder Luxemburg im "ntv Frühstart" nicht ausgeschlossen. "Wenn es krasse Unterschiede gibt zwischen den Inzidenzen, dann wird uns nichts anderes übrig bleiben", sagte Hans. Er betonte aber, dass es im Saarland keine "Grenzen mit Schlagbäumen" mehr gebe. Man lebe vielmehr in diesem Grenzraum miteinander und könne Pendler nicht einfach ausschließen.

In der ersten Welle der Corona-Pandemie hatte Deutschland auch an den Grenzen zu Frankreich und Luxemburg Grenzkontrollen eingeführt. Wochenlang durften Personen "ohne triftigen Grund" nicht einreisen. Dieser Schritt hatte in der internationalen Großregion für Verstimmung gesorgt. An den Grenzen zu Tschechien und Österreich gelten bereits strengere Regeln. So müssen Einreisende aus Tirol oder Tschechien einen negativen Test vorweisen. Ausnahmen gibt es nicht. Zudem sollen ab Sonntag an den Grenzen zu Tschechien vorübergehende Grenzkontrollen eingeführt werden.

Quelle: ntv.de, jug/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen