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Kritik an Vorschlag der SPD Große Koalition streitet um Managergehälter

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Die Große Koalition möchte Managergehälter deckeln - blockiert aber gegenseitige Vorschläge.

(Foto: picture alliance / Oliver Berg/d)

Eigentlich sind sich beide Seiten einig: Die Gehälter von Managern sollen begrenzt werden. Doch über den Weg ist ein Streit zwischen SPD und Union entbrannt. CDU-Politiker Spahn lehnt den jüngsten Vorschlag der Sozialdemokraten klar ab.

Die geplante gesetzliche Begrenzung der Managergehälter droht einem Bericht zufolge am Streit in der Großen Koalition zu scheitern. CDU-Präsidiumsmitglied und Finanzstaatssekretär Jens Spahn sagte der "Bild am Sonntag", der SPD gehe es nicht um soziale Gerechtigkeit, sie wolle vielmehr "die Pfründe der Gewerkschaften sichern", die in den Aufsichtsräten über Gehälter der Manager mitentscheiden. Spahn plädierte dafür, die Eigentümer von Unternehmen in den Hauptversammlungen über die Managergehälter entscheiden zu lassen.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann forderte dagegen die Union auf, dem SPD-Vorschlag zu folgen. "Auch CDU und CSU können ja nicht gutheißen, dass die Steuerzahler solche Gehaltsexzesse subventionieren", sagte Oppermann der "BamS".

Die SPD-Bundestagsfraktion hatte am Mittwoch Pläne vorgestellt, die unter anderem vorsehen, die steuerliche Absetzbarkeit der Managergehälter von Aktiengesellschaften und vergleichbaren Kapitalgesellschaften bei 500.000 Euro im Jahr zu deckeln. CDU-Generalsekretär Peter Tauber und Kanzleramtsminister Peter Altmaier, ebenfalls von der CDU, hatten vor einer Woche Sympathie für den SPD-Vorschlag erkennen lassen.

Union verweist auf Koalitionsvertrag

Allerdings will sich die Union bei einer Neuregelung darauf konzentrieren, die Festlegung der Managergehälter "im Einzelnen" der Aktionärs-Hauptversammlung eines Unternehmens zu übertragen. Dies ist so auch im Koalitionsvertrag vereinbart.

Zuletzt hatte Volkswagen nach scharfer Kritik an hohen Einkommen die Vergütungsstruktur für den Vorstand geändert. Dabei sinkt die Obergrenze, während das Grundgehalt steigt. Der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller verdient künftig mindestens 2,12 Millionen Euro pro Jahr. Die übrigen Vorstandsmitglieder 1,35 Millionen Euro. Zuvor hatte es Kritik an der Millionenabfindung für Ex-Vorstandsmitglied Christine Hohmann-Dennhardt gegeben, die laut einem Medienbericht 12 Millionen Euro für 13 Monate Arbeit erhält.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

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