Politik

Für Kitas, Schulen, PflegeheimeGrüne fordern "volles Tempo beim Ausbau von Klimaanlagen"

28.06.2026, 07:46 Uhr
00:00 / 02:33
Vor-acht-Uhr-sind-die-Stuehle-in-einem-Klassenzimmer-einer-Grundschule-in-Prenzlauer-Berg-noch-auf-den-Tischen
Klimaanlagen in Schulen, wie von Dröge gefordert, könnten die Häufigkeit von "Hitzefrei" reduzieren. (Foto: picture alliance/dpa)

Öffentliche Einrichtungen in Deutschland sind bislang kaum mit Klimaanlagen ausgestattet. In Krankenhäusern oder Pflegeheimen koste dies Menschenleben, beklagt Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge und fordert ein Sofort-Ausbauprogramm für Klima- und Solaranlagen.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge hat angesichts der Hitzewelle in Deutschland ein Sofortprogramm für mehr Klimaanlagen in öffentlichen Einrichtungen gefordert. "Deutschland braucht ein Abkühl-Sofortprogramm, um Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu klimatisieren", sagte Dröge der "Bild am Sonntag".

Es brauche "volles Tempo beim Ausbau von Klimaanlagen in Verbindung mit Solaranlagen", sagte Dröge. Die Grünen schlagen demnach ein neues Förderprogramm für "Klima-Solar-Anlagen" vor. Die Förderung von Klimaanlagen solle an die gleichzeitige Installation von Solarzellen auf dem Dach geknüpft werden.

Dröge nannte dies die "sinnvollste Kombination". Der Solarstrom halte die Betriebskosten für die Klimatisierung gering. "Die Hitze untertags geht mit hoher Sonneneinstrahlung und damit besonders viel Solarertrag einher", sagte die Grünen-Politikerin der Zeitung weiter.

Nach Dröges Vorstellung soll ein Teil des Sondervermögens für ein "unbürokratisches Abkühl-Sofortprogramm" genutzt werden. Sie kritisierte die Bundesregierung dafür, dass sie ausgerechnet jetzt ein Förderprogramm für Hitzeschutz auslaufen lasse. "Das ist ein großer Fehler", sagte Dröge.

Mit der Forderung nach mehr Klimaanlagen erweitern die Grünen ihren bisherigen Hitzeschutzplan, der bislang vor allem auf Anpassungen unter anderem beim Städtebau setzt. Dazu fordern sie Millionen neuer Stadtbäume, eine Entsiegelungsoffensive für Betonwüsten und mehr Trinkbrunnen. Auch eine gesetzliche Pflicht zu Arbeitgeberschutzmaßnahmen ab 26 Grad Raumtemperatur streben die Grünen bisher schon an. "Dieser Hitze-Rekord muss ein Weckruf für Friedrich Merz sein", so Dröge im Interview.

Ohne Kühlung und Klimatisierung werde es an vielen Orten künftig nicht gehen, warnte die Fraktionschefin. Eine große Zahl an Kitas, Schulen oder Pflegeheimen sei bisher nicht entsprechend ausgestattet. "Hitzewellen in Pflegeheimen kosten Menschenleben".

Quelle: ntv.de, mbo/AFP

Investitionen in InfrastrukturBündnis 90/Die GrünenHitzewelleKlimawandelKlimapolitik