Politik

Ska Keller im "ntv Frühstart" Grüne werfen Tönnies Versagen vor

Was folgt aus dem Corona-Ausbruch bei Tönnies? Bei härteren Regeln droht die Fleischindustrie gerne damit, ins Ausland abzuwandern. Ska Keller, Grünen-Fraktionschefin in Brüssel, erhebt jedoch Vorwürfe gegen den Konzern. Sie fordert menschenwürdige und tierfreundliche Bedingungen.

Nach dem Virus-Ausbruch bei Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies hält die Fraktionsvorsitzende der Grünen im EU-Parlament, Ska Keller, härtere Auflagen gegenüber Europas Fleischindustrie für nötig. "Es ist höchste Zeit, dass wir endlich für menschenwürdige, aber auch tierfreundliche Zustände sorgen", sagte Keller im "ntv Frühstart". Auch die Verbraucher warteten darauf. Gerade mitten in einer Pandemie müssten Arbeitsabläufe entzerrt werden und Abstände eingehalten werden. "Das ist ja gerade eben nicht der Fall gewesen bei Tönnies", so die Grünen-Politikerin. Die Arbeiter in den Firmen müssten außerdem wenigstens den Mindestlohn bekommen.

Keller betonte weiter, dass die zum Teil aus Rumänien und Bulgarien stammenden Arbeiter bei Tönnies selbst nicht für den Virus-Ausbruch verantwortlich seien. "Ich glaube nicht, dass es etwas damit zu tun hat, wo sie herkommen und wo sie übers Wochenende waren. Das ist ganz klar ein Versagen des Arbeitgebers." Landes- und Bundesregierung seien gefragt, dem etwas zu "entgegnen".

Zum Argument, bei strengeren Gesetzen in Deutschland wandere die Fleischindustrie ins Ausland ab, sagte Keller: "In der Tat brauchen wir gute Arbeitsbedingungen überall in der Europäischen Union." Die könne man über die gerade anstehende EU-Agrarreform erreichen. Sie habe allerdings den Eindruck, dass die meisten anderen Parteien in Europa diese Gelegenheit nicht nutzen wollten.

Quelle: ntv.de, psc