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Abgasfrei ab 2030 Grüne wollen Aus für Benzin- und Diesel-Pkw

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Laut Bundesregierung muss der CO₂-Ausstoß des Verkehrs bis zum Jahr 2030 um 40 bis 42 Prozent sinken.

(Foto: imago/Michael Eichhammer)

Deutschland droht die gesetzten Klimaziele deutlich zu verfehlen. Die Grünen wollen dem mit einem radikalen Schnitt entgegenwirken. Autos mit Benzin- und Dieselmotoren sollen ab 2030 nicht mehr neu zugelassen werden.

Die Grünen wollen die Elektromobilität und basteln am Aus für Verbrennungsmotoren. In einem Thesenpapier fordert Fraktionschef Anton Hofreiter, dass "ab 2030 nur noch abgasfreie Autos neu zugelassen werden" dürften. "Der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor muss gesetzlich festgelegt werden", heißt es in dem Papier, das der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ") vorliegt. Die konsequente Maßnahme sei notwendig, um die Klimaziele zu erreichen.

Durch die Umsetzung des Vorschlags würden zwar keinen neuen Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen, zugelassene Fahrzeuge dürften aber weiterhin fahren. Mit ihrem Thesenpapier wollen die Grünen den Ausbau der Elektromobilität vorantreiben. Ein klarer Fahrplan für Pkws mit Benzin- oder Dieselmotoren würde demnach Planungssicherheit für Unternehmen und Angestellte gewährleisten. Laut Bundesregierung muss der CO2-Ausstoß des Verkehrs bis zum Jahr 2030 um 40 bis 42 Prozent sinken.

Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) lag 2018 der Bestand an Elektro-Pkw lediglich bei rund 83.000 Fahrzeugen. Hinzu kamen 341.000 Hybrid-Pkw - bei einem Gesamtbestand von 57,3 Millionen Kraftfahrzeugen. Um das Klimaziel für 2030 im Verkehrssektor zu erreichen, müssten laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft allerdings sieben bis zehn Millionen E-Autos auf die Straße gebracht werden.

Elf Punkte im Thesenpapier

Kritik kommt aus der Industrie, die vor massiven Jobverlusten infolge der Umstellung auf Elektroautos warnt. "Ein vorzeitiges, politisch erzwungenes Ende des Verbrenners würde dieser Schlüsselbranche die finanzielle Grundlage für Investitionen in neue Technologien entziehen", sagte Bernhard Mattes, der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, der "SZ".

Der Vorschlag der Grünen, insbesondere das Engagement von Hofreiter, ist nicht neu. Bereits vor der letzten Bundestagswahl vor zwei Jahren hatte der Politiker ein Verbot für Verbrennungsmotoren gefordert. In seinem neuen Thesenpapier nennt Hofreiter nun elf Punkte, die zur Förderung der Elektromobilität dienen sollen. Neben einem Alternativplan für die staatliche Kaufprämie sollen Fuhrparks bei Bund und Ländern ab 2025 ausschließlich aus Elektrofahrzeugen bestehen.

Quelle: n-tv.de, mba

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