Politik

"Erst mal war ich krank" Grünen-Chef Habeck erhielt Rest-Impfdosis

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Ist erstgeimpft mit Astrazeneca: Robert Habeck.

(Foto: imago images/Christian Spicker)

Nach seiner Erstimpfung verspürt Grünen-Co-Chef Robert Habeck wenig Erleichterung. Sich impfen zu lassen, sieht er weniger als Akt zur Rückgewinnung individueller Freiheit, sondern vielmehr als Dienst an der Gesellschaft. Dass es Lockerungen für Geimpfte geben soll, birgt ihm zufolge auch das Risiko von Spannungen.

Der Co-Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck, ist nach seiner Astrazeneca-Impfung nicht sonderlich erleichtert. "Erst mal war ich krank", stellte Habeck im Deutschlandfunk ernüchtert fest und antwortete so auf die Frage, welche Last mit der Impfung von ihm abgefallen sei. Bei seiner Impfung habe es sich um "eine Restdose" gehandelt, "die verimpft werden musste, die wäre sonst verfallen", sagte er.

Das Impfen begreife er nicht als Weg zur individuellen Freiheit, sondern "als Beitrag dafür, dass die Gesellschaft insgesamt resilienter gegen das Virus wird, insofern gab es keine persönliche Erleichterung." Habeck erklärte, er habe auf einer Warteliste gestanden und sei kurzfristig über den Termin informiert worden. In Berlin ist der Astrazeneca-Impfstoff für alle Prioritätsgruppen freigegeben.

Habeck sprach sich wie seine Parteikollegen für den Einsatz mobiler Impfteams aus. "Man muss den Impfstoff zu den Menschen bringen und nicht die Menschen zu dem Impfstoff", sagte der Grünen-Politiker. Viele Menschen wüssten vielleicht gar nicht, dass sie einen Hausarzt haben oder suchten diesen nicht regelmäßig auf. Impfmobile könnten vor Aldi, Moscheen und auf Marktplätzen zum Einsatz kommen, schlug Habeck vor. Wenn irgendwann die Kinder in der Schule geimpft werden dürften, müsste man auch die Eltern mit ansprechen.

Gewisse Unfairness bei Rechten für Geimpfte

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An den geplanten Lockerungen der Corona-Einschränkungen für Geimpfte und Genesene führt nach seiner Ansicht kein Weg vorbei. "Es ist natürlich eine gewisse Unfairness, die da mitschwingt", sagte er mit Blick auf diejenigen in der Gesellschaft, für die die Lockerungen zunächst nicht zutreffen werden. Gleichwohl sei die Sache rechtlich eindeutig.

Wenn es keinen Nutzen der Beschränkung gebe, müsse sie fallen. "Es gibt eine gewisse Spannung, das räume ich ein. Aber die Rechtsnorm ist klar, und wenn wir alle verständig miteinander umgehen, dann sollten wir uns freuen über diese Menschen, die ein bisschen mehr spazieren gehen können und frei sein dürfen." Der Bundestag soll im Laufe des Tages über die Lockerungen entscheiden.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/rts

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