Politik

Ministerpräsident im "Frühstart" Günther offen für Inlandsurlaub mit Impfpass

Die Pläne der EU für die Einführung eines Impfpasses könnten Geimpften auch Inlandsurlaube ermöglichen. Dafür zumindest plädiert der Regierungschef des Reiselandes Schleswig-Holstein, Daniel Günther, im "ntv Frühstart".

Seit Monaten hängt Deutschland im Lockdown. Viele Menschen sehnen sich nach Urlaubsreisen, zumindest innerhalb Deutschlands. Doch ob die möglich sind, steht noch in den Sternen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther bringt die Idee ins Spiel, Inlandsreisen jenen Bürgern zu ermöglichen, die mit einem Impfpass ihre Corona-Impfung nachweisen können. "Ich kann mir das auf jeden Fall vorstellen. Ich glaube ohnehin, dass Öffnungen in dem Bereich nur möglich sind, wenn wir bestimmte Restriktionen machen", sagte Günther im "ntv Frühstart".

Es habe im Tourismus schon häufiger die Auflage gegeben, einen negativen Corona-Test vorlegen zu müssen. Derzeit werde das auch bei den Grenzkontrollen so gehandhabt. Den von der EU geplanten europäischen Impfpass bezeichnete Günther als "sinnvolles Instrument". Sobald allen Bürgern ein Impfangebot gemacht worden sei, könne man mithilfe so eines Passes weitere Öffnungsschritte verantworten.

Hoffen auf die Schnelltests

Der CDU-Politiker sprach sich dafür aus, Lockerungen außerdem an den Einsatz von Schnelltests zu knüpfen, so wie von Bundeskanzlerin Merkel angedacht. Auch das könne vor allem beim Tourismus funktionieren. "Immer dann, wenn Gäste anreisen oder auch mal zwischendurch kontrolliert werden, kann ich mir das sehr gut vorstellen." Außerdem denke er an den Einzelhandel und andere Bereiche. "Wenn die Schnelltests jetzt alle zugelassen werden, wenn das einfach handhabbar ist, kann das definitiv eine Möglichkeit sein, um weitere Öffnungsschritte überhaupt zu ermöglichen."

Vor der nächsten Bund-Länder-Runde am kommenden Mittwoch forderte Günther, dem Einzelhandel Lockerungsperspektiven zu geben. Man habe das bei der letzten Ministerpräsidentenkonferenz so verabredet. "Der Einzelhandel ist der Bereich, der jetzt auch früher geöffnet werden kann." Aus dem Stufenplan des Robert-Koch-Instituts gehe hervor, dass das bei einer Inzidenz unter 50 möglich sei. "Das sind die Leitplanken, über die wir uns in der nächsten Woche unterhalten müssen." Falls die Inzidenz noch nicht ganz so niedrig sei, könnten Läden zwar noch nicht komplett aufmachen, zum Beispiel aber Shopping nach Terminvergabe anbieten. So hatte das bereits Rheinland-Pfalz beschlossen.

Günther hat Vertrauen in Bevölkerung

Der Ministerpräsident verteidigte die ersten Lockerungen in Schleswig-Holstein trotz der bundesweit wieder leicht steigenden Infektionszahlen. "Es ist verantwortbar." Das Bundesland habe im Moment eine stabile Inzidenz von 50. "Das ist ein Niveau, bei dem wir uns auf jeden Fall weitere Öffnungsschritte auch zutrauen." Im Moment gebe es keinen Ministerpräsidenten, der die Maßnahmen in seinem Bundesland nicht lockere, so Günther. Aber: "Manche Ministerpräsidenten lockern im Moment und sagen, andere dürften jetzt aber nicht weiter lockern. Das nehme ich zur Kenntnis."

Der CDU-Politiker sprach sich zwar dafür aus, möglichst einheitliche Maßstäbe für alle Bundesländer zu finden, die Regeln aber der regionalen Infektionslage anzupassen. Das könne natürlich dazu führen, dass Menschen zum Beispiel zum Shopping in andere Bundesländer reisten. "Wir werden damit leben müssen, dass wir bei unterschiedlichen Inzidenzen durchaus solche Verkehre haben werden. Da werden nicht alle Appelle nachher fruchten."

Man sehe aber innerhalb Schleswig-Holsteins, dass die Bevölkerung unterschiedliche Regelungen akzeptiere. Als Beispiel nannte er die Stadt Flensburg, die ein Corona-Hotspot ist, und die weniger stark betroffenen Nachbarlandkreise. "Wir merken, dass es da schon eine Vorsicht gibt, wenn die Inzidenzzahlen hoch sind. Und deswegen bin ich sicher: Das wird auch zwischen Ländergrenzen funktionieren."

Quelle: ntv.de, psc

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