Politik

Werbung für Augustus Guttenberg wollte die Kanzlerin locken

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Hat bei der Kanzlerin angeklopft: Karl-Theodor zu Guttenberg.

(Foto: imago/Sammy Minkoff)

Der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor hat versucht, beim Bundeswirtschaftsminister Werbung für die Firma Augustus Intelligence zu machen. Sein Kollege, Ex-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg, hat es direkt bei der Kanzlerin versucht.

Der ehemalige Wirtschafts- und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat versucht, bei Bundeskanzlerin Angela Merkel Interesse für das umstrittene US-Unternehmen Augustus Intelligence zu wecken. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Fabio de Masi hervorgeht, schrieb Guttenberg am 3. September 2019 eine E-Mail an die Kanzlerin. Darin war die Rede von den beiden Gründern des Unternehmens. Er schrieb "offenbar mit dem Ziel eines Gesprächs", schreibt die Bundesregierung.

Zu Guttenberg ist Aktionär des Unternehmens, das nach eigenen Angaben Lösungen für Künstliche Intelligenz herstellt. Seit Mai 2019 ist er zudem im Vorstand der Firma und leitet die Vorstandsabteilung für "General Affairs".

Auch der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor hatte versucht, für Augustus Intelligence Werbung bei der Bundesregierung zu machen und schrieb ab Oktober 2018 auf offiziellem Briefpapier des Bundestages an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Zudem vermittelte er mindestens zwei Treffen zwischen Vertretern der Firma und Altmaiers Staatssekretär Christian Hirte. Amthor hatte bis Anfang Juni einen Aufsichtsratsposten bei Augustus. Dafür erhielt er kein Gehalt, bekam aber 2817 Aktienoptionen. Diese wären laut "Handelsblatt" mindestens 250.000 Euro wert gewesen.

Nach der Enthüllung seiner Tätigkeit für Augustus durch den "Spiegel" zog er sich von seinem Posten im Aufsichtsrat zurück, bezeichnete die Nebentätigkeit als Fehler und gab auch alle seine Aktienoptionen wieder zurück. Amthor geriet massiv in die Kritik, die kam auch aus den eigenen Reihen. Anschließend zog der Hoffnungsträger seine Kandidatur im Rennen um den CDU-Landesvorsitz Mecklenburg-Vorpommern zurück. Auch gab er seinen Posten im Amri-Untersuchungsausschuss des Bundestages zurück.

Quelle: ntv.de, bdk