Politik

"Da haben wir Fehler gemacht" Habeck räumt grünes Desinteresse für Osten ein

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Robert Habeck sorgte erst vor wenigen Tagen mit einem verunglückten Tweet über Thüringen für Ärger im Osten.

(Foto: dpa)

In Ostdeutschland sind die Grünen relativ erfolglos. Bei den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen will Parteichef Habeck das gern ändern. Erster Schritt dabei ist die Selbsterkenntnis: Als West-Grüner war sein Interesse am Osten "nicht besonders ausgeprägt".

Grünen-Chef Robert Habeck hat eingeräumt, dass sich die westdeutschen Grünen lange kaum für Ostdeutschland interessiert haben. "Wir schauen, wo wir Fehler gemacht haben. Das Interesse vieler West-Grüner für Ostdeutschland war lange nicht besonders ausgeprägt", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

"Wir haben einen Raum freigelassen, in den andere gestoßen sind", ergänzte er. "Ich empfinde es auch persönlich als Fehler, dass ich mich in den neunziger Jahren nicht besonders für die deutsche Einheit interessiert habe."

Vor allem in Ostdeutschland stehen in diesem Jahr Landtagswahlen an: im Herbst in Brandenburg, Sachsen und Thüringen. Die Grünen haben es dort bisher nicht leicht. Im Osten lagen sie bei den letzten Landtagswahlen nur zwischen fünf und sechs Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern flogen sie gar aus dem Landtag.

Habeck sagte, es brauche einen neuen Anlauf, Gemeinsamkeit in Deutschland herzustellen. Er schlug vor, dass der Bund einen Teil der Ost-Fördermittel für neue Forschungseinrichtungen zur Verfügung stellt und das Geld nach einem Ideenwettbewerb vergeben wird.

Der Grünen-Chef war Anfang Januar in die Kritik geraten, weil er sich bei Twitter in einem Video umstritten zum Wahlkampf in Thüringen geäußert hatte. Er hatte gesagt, die Grünen wollten, dass Thüringen ein "offenes, freies, liberales, demokratisches Land" werde. Später wurde das Video gelöscht, Habeck distanzierte sich von der Aussage. Als Konsequenz daraus und aus dem massenhaften Datendiebstahl, der auch Habeck betraf, löschte Habeck daraufhin seine Social-Media-Accounts.

Quelle: n-tv.de, jog/dpa

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