Politik

"Kinder als Erstes" Habeck will Migranten aus Insel-Lagern holen

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Richtige Schulen gibt es in den Flüchtlingscamps nicht, die Kinder wachsen ohne Perspektiven auf.

(Foto: imago images/Xinhua)

Rund 41.000 Menschen sitzen in Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln fest, eigentlich sind die Camps nur für ein Bruchteil davon ausgelegt. Deutschland sollte handeln, notfalls im Alleingang, findet Grünen-Chef Habeck.

Angesichts der völlig überfüllten Lager für Migranten auf den griechischen Inseln vor der türkischen Küste hat der Co-Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck, gefordert, Deutschland solle die Menschen von dort aufnehmen. "Holt als Erstes die Kinder raus", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Die Bürgermeister der Inseln im Osten der Ägäis warnen seit Monaten vor unkontrollierbaren Zuständen wegen der überfüllten Lager. Immer wieder kommt es auch zu gewalttätigen Protesten. So leben im Lager Vathy auf der Insel Samos zurzeit etwa 7500 Menschen, darunter viele Minderjährige. Ausgelegt ist die Anlage für 648 Bewohner.

Die konservative Regierung in Athen hat in den vergangenen Monaten mehr als 10.000 Migranten zum Festland gebracht. Der Flüchtlingszustrom aus der Türkei dauert jedoch an. Zurzeit leben in und um die Camps auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos mehr als 41.000 Migranten. Noch im April waren es 14.000. Nach den Worten von Habeck sind darunter etwa 4000 Kinder, "viele zerbrechliche kleine Menschen". Da sei schnelle Hilfe ein "Gebot der Humanität".

Bundesländer wie Berlin und Thüringen hätten schon erklärt, dass sie dazu bereit seien, ebenso die grüne Seite der Regierung von Baden-Württemberg und der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius von der SPD. Deutschland müsse auch handeln, wenn andere in der EU nicht mitmachten. "Es ziehen sowieso nie alle mit", sagte Habeck.

Quelle: ntv.de, ino/dpa