Politik

Anrufe in der Nacht Hackerangriff fiel durch Martin Schulz auf

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Durch eine WhatsApp-Nachricht erfuhr Martin Schul von dem Datenleck.

(Foto: imago/Rüdiger Wölk)

Telefonnummern, Adressen und anderen Daten von Politikern und Prominenten werden durch einen Hackerangriff offengelegt. Einer der Betroffenen ist Martin Schulz. Die Behörden werden erst durch nächtliche Anrufe beim Ex-SPD-Chef darauf aufmerksam.

Die massenhafte Veröffentlichung privater Daten von Politikern und Prominenten ist durch Anrufe von Unbekannten bei dem SPD-Politiker Martin Schulz bekannt geworden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen.

Den Angaben zufolge hatte ein Mitarbeiter des ehemaligen SPD-Spitzenkandidaten am Donnerstag der Polizei in Aachen mitgeteilt, Schulz sei von Fremden auf seiner nicht öffentlich zugänglichen Nummer angerufen worden. Daraufhin wurde den Angaben zufolge auch das Landeskriminalamt von Nordrhein-Westfalen aktiv. Der Bundestag erfuhr dann in der Nacht, dass auch zahlreiche andere Abgeordnete betroffen sind.

Zuvor hatte Schulz bereits eine WhatsApp-Nachricht von einem Unbekannten bekommen, der ihn auf das Datenleck hinwies, berichtet das ZDF. "Sowas ist immer unangenehm, weil nicht alle Menschen so nett sind wie Sie", habe Schulz auf den Hinweis geantwortet. "Meinen Namen kennen Sie ja und wenn sich mal die Chance ergibt, dass ich mich revanchieren kann, mache ich das."

Ein bislang noch unbekannter Twitter-User hatte im Dezember - zunächst weitgehend unbemerkt - Listen mit Telefonnummern, Adressen und anderen Daten von Prominenten ins Netz gestellt. Die Fremden, die Schulz anriefen, sollen nicht unfreundlich gewesen sein. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen war der Ton der Unterhaltungen "weder bedrohlich noch beleidigend".

Die veröffentlichten Informationen seien überwiegend privater und persönlicher Natur, hieß es vom Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI). In Einzelfällen seien aber auch Kommunikationsinhalte mit vermeintlich internen Dokumenten von Parteien veröffentlicht worden. "Persönliche Online-Accounts von Funktionsträgern und öffentlichen Persönlichkeiten sind seit jeher interessante Ziele für Cyber-Angriffe mit unterschiedlicher Motivation. Wir sehen hier sehr deutlich, dass die Informationssicherheit weiter ausgebaut werden muss", sagte BSI-Präsident Arne Schönbohm dazu.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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