Politik

"Laschet war sehr zufrieden" Haseloff sorgt für große Erleichterung in der CDU

Es ist deutlich zu hören - das Aufatmen in der CDU. Nach dem wohl deutlichen Wahlausgang in Sachsen-Anhalt versucht die Partei früh, das Ergebnis als großen Sieg des Amtsinhabers zu würdigen - aber auch als großes Signal für Parteichef Laschet.

In der CDU ist die Erleichterung nach dem wahrscheinlich deutlichen Wahlausgang in Sachsen-Anhalt groß. Generalsekretär Paul Ziemiak sieht in einem Kurs der politischen Mitte und einer großen Geschlossenheit der Partei den Grund für den Erfolg. Als "sensationell gut" bezeichnete er das Ergebnis. "Ein starker Kandidat, ein klares Profil der Mitte und Geschlossenheit, das war ausschlaggebend. Sachsen-Anhalt bleibt stabil", sagte Ziemiak im ZDF. Es sei ein persönlicher Sieg für Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff, aber auch des ganzen Teams der Union. Er verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass Unionskanzlerkandidat Armin Laschet und Haseloff gemeinsam Wahlkampf gemacht hätten.

Der Wahlkampfendspurt habe gezeigt: "Die CDU kann Umfragen auch in schwierigen Situationen zu ihren Gunsten drehen" und mit einem klaren Kurs und einem großen Teamspiel jede Wahl gewinnen. Die Menschen setzten in unsicheren Zeiten auf Persönlichkeiten als Regierungschefs, die Erfahrung hätten, solides Regierungshandeln beherrschten und die versöhnen statt spalten. "Was zählt, sind Taten statt Sprüche." Die Menschen wollten "mehrheitlich einen vernünftigen klaren Kurs der politischen Mitte" für das Land.

 

Union-Fraktionschef Ralph Brinkhaus nannte das sich abzeichnende Ergebnis einen großen Sieg für Haseloff und für die CDU in Sachsen-Anhalt, aber auch einen großer Erfolg für Armin Laschet. Die Plus von bis zu sechs Punkten im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren "ist der größte Zuwachs, den wir seit der NRW-Wahl 2017 gehabt haben". Damals hatte die CDU mit Spitzenkandidat Laschet 6,7 Punkte hinzugewonnen und als stärkste Partei zusammen mit der FDP das bis dahinregierende rot-grüne Bündnis abgelöst.

Land hat sich "aufgebäumt"

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff, der nun vor einer dritten Amtszeit steht, sieht das Ergebnis als "klare Abgrenzung nach rechts". Das Bundesland habe sich "aufgebäumt". Seine eigene Glaubwürdigkeit und die seiner Partei seien "das entscheidende Moment gewesen, das zu diesem Ruck geführt hat", zeigte er sich überzeugt. Er sei "dankbar, dass es so gelaufen ist". Haseloff sprach von einer "klaren Botschaft nach außen".

Laschet habe schon gratuliert "und war sehr zufrieden", sagte Haseloff. Allerdings verwies er darauf, dass sowohl der Kanzlerkandidat der Union als auch Bayerns Regierungschef Markus Söder im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt aufgetreten seien. Das zeige: "Wenn die Union zusammensteht, dann wird sie gewinnen, und dann können wir auch zukünftig einen Kanzler stellen." Haseloff hatte im unionsinternen Kampf um die Kanzlerkandidatur Söder unterstützt.

"Wahltag könnte ein Wendepunkt sein"

Auch der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU/CSU, Carsten Linnemann, sieht Laschet durch den Wahlausgang deutlich gestärkt. "Armin Laschet gibt diese Wahl reichlich Rückenwind", sagte er der Funke Mediengruppe. "Für die Union könnte dieser Wahltag ein Wendepunkt sein, dass wir den Schlussspurt zur Bundestagswahl jetzt mit Geschlossenheit, Siegeswillen und Kampfeslust angehen."

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"Das Ergebnis zeigt, dass Typen wie Reiner Haseloff, die par excellence Bürgernähe leben, kein Auslaufmodell, sondern der Schlüssel gegen Politikverdrossenheit und Zerrissenheit in Deutschland sind", so der CDU-Wirtschaftspolitiker.

Ex-Parteichef-Kandidat friedrich Merz zeigte sich "hocherfreut", dass die CDU noch Wahlen gewinnen könne. "Dass es so gut ausgeht, hätte ich nicht zu hoffen gewagt", sagte er ntv. Es sei zuallererst ein Ergebnis für Reiner Haseloff, "aber es ist natürlich auch ein Ergebnis der Gesamtpartei". Es zeige sich, "dass die Entscheidung der CDU richtig war", Laschet "zum Kanzlerkandidaten der CDU/CSU für die Bundestagswahl zu nominieren".

Quelle: ntv.de, jwu/hvo/dpa/AFP

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