Politik

"Haben Frankreich angegriffen" Hauptangeklagter gibt Pariser Attentate zu

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Die Gerichtszeichnung zeigt Abdeslam beim Prozessauftakt in der vergangenen Woche.

(Foto: picture alliance/dpa/AFP)

Salah Abdeslam gehört zu den Schlüsselfiguren im Prozess um die Terroranschläge von Paris. Im November 2015 soll er drei der Attentäter zu einem der Tatorte gefahren haben. Nun äußert sich der Hauptangeklagte zu den Tatvorwürfen - und beschuldigt den damaligen französischen Präsidenten.

Im Prozess zu den Pariser Attentaten vom November 2015 hat sich der Hauptangeklagte erstmals zur Tat bekannt. "Wir haben Frankreich angegriffen, die Bevölkerung, Zivilisten, aber es war nicht persönlich gegen jemanden gerichtet", sagte Salah Abdeslam in einer etwa fünf Minuten dauernden Stellungnahme vor Gericht. Bei den Anschlägen waren 130 Menschen getötet worden. 350 weitere wurden verletzt.

Bei den Tätern handle es sich nicht um Terroristen und Radikale, sondern nur um Muslime. "Das ist der wahre Islam", fügte er hinzu. "François Hollande (der frühere französische Präsident) hat gewusst, dass er ein Risiko einging, als er den Islamischen Staat in Syrien angriff", sagte der Franko-Marokkaner, der drei der Attentäter zu einem der Tatorte gefahren haben soll. Die französischen Flugzeuge hätten auch Frauen und Kinder getötet.

Er wolle niemanden provozieren oder verletzen, sondern die Wahrheit sagen, betonte Abdeslam, der im Unterschied zu seinen früheren Äußerungen zum Prozessbeginn mit ruhiger Stimme sprach. Einige der im Saal anwesenden Nebenkläger fingen bei diesen Erklärungen an zu weinen. Abdeslam, der am heutigen Mittwoch 32 wurde, hatte sich bislang nie ausführlich zur Tat geäußert. Nach Erkenntnissen der Ermittler trug er selber auch eine Sprengstoffweste, die er aber nicht zündete, sondern floh.

In dem bis Mai dauernden Prozess sind 20 Männer angeklagt, die bei der Organisation der Anschläge und bei der Flucht Abdeslams geholfen haben sollen. An dem schon jetzt als historisch geltenden Prozess nehmen knapp 1800 Nebenkläger teil, unter ihnen auch Angehörige der beiden deutschen Opfer.

Quelle: ntv.de, mbe/AFP

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