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Urteil im Fall Nemzow Haupttäter muss 20 Jahre ins Straflager

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Im Februar 2015 wurde der Kreml-Kritiker Boris Nemzow erschossen.

(Foto: dpa)

Der Tschetschene Saur Dadajew hat nach Überzeugung der russischen Justiz den Kreml-Kritiker Boris Nemzow ermordet. Ein Moskauer Gericht verkündet nun das Strafmaß. Dadajew und vier Komplizen erhalten lange Haftstrafen.

Im Mordfall des russischen Oppositionellen Boris Nemzow hat ein Moskauer Gericht den Todesschützen Saur Dadajew zu 20 Jahren Straflager verurteilt. Vier Komplizen erhielten Haftstrafen zwischen 11 und 19 Jahren, wie die Agentur Tass meldete.

Zudem belegte der Richter Juri Schitnikow die fünf Angeklagten aus dem russischen Nordkaukasus mit Geldstrafen von jeweils 100.000 Rubel (knapp 1500 Euro). Die Staatsanwaltschaft hatte für den Todesschützen lebenslange Haft beantragt, für die Mitangeklagten 17 bis 23 Jahre.

Der 55-jährige Nemzow war im Februar 2015 in Moskau unweit des Kreml erschossen worden. Die Ermordung des Regierungsgegners löste in Russland und weltweit Bestürzung aus. Der frühere Vize-Ministerpräsident war einer der prominentesten Widersacher von Staatschef Wladimir Putin und ein entschiedener Kritiker der russischen Ukraine-Politik.

Wer war der Auftraggeber?

Als mutmaßliche Mörder Nemzows wurden im März 2015 die fünf nun verurteilten Männer aus Tschetschenien und Inguschetien festgenommen. Als Auftraggeber wurde im Dezember 2015 der Tschetschene Ruslan Muchudinow identifiziert, der jedoch weiterhin flüchtig ist. Den Ermittlern zufolge erhielten die Täter von ihm 15 Millionen Rubel (rund 217.000 Euro) für den Mord.

Viele Anhänger und Freunde Nemzows sehen als eigentlichen Auftraggeber allerdings den autoritären tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow oder eine andere Person aus dessen Umfeld. Anfang Dezember hatte die russische Justiz jedoch die Forderung zurückgewiesen, Kadyrow als Zeugen vorzuladen.

Quelle: n-tv.de, vck/dpa/AFP

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