Politik

Vorwurf der BestechlichkeitHausdurchsuchung bei Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach

09.09.2026, 16:06 Uhr
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Der SPD-Politiker Steffen Krach will Regierender Bürgermeister von Berlin werden.

Gegen den Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach wird laut Medienberichten wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt. Demnach gab es Durchsuchungen an drei Orten. Ein SPD-Sprecher bestreitet die Vorwürfe.

Eineinhalb Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat die Staatsanwaltschaft Hannover Ermittlungen gegen SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach aufgenommen. In diesem Zusammenhang seien drei Objekte in Hannover und Berlin durchsucht worden, bestätigte eine Sprecherin der Behörde. Zu den konkreten Vorwürfen äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht und verwies auf ermittlungstaktische Gründe sowie die Unschuldsvermutung. Krach, derzeit noch Präsident der Region Hannover, wies Vorwürfe über einen SPD-Sprecher zurück.

Krach soll laut "Tagesspiegel" in seinem früheren Amt in Hannover von einem Träger im Gesundheitswesen möglicherweise Spenden erhalten haben, um sich für den Träger in einem Bieterverfahren einzusetzen. Demnach geht es womöglich um ein Vergabeverfahren beim Grundstücksverkauf des früheren Klinikgeländes in Lehrte.

Zunächst hatte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" über die Ermittlungen berichtet. Der "Tagesspiegel" berichtete, in Berlin seien seine Wohnung in Berlin-Schöneberg sowie die SPD-Landesparteizentrale im Stadtteil Wedding durchsucht worden. Die Region Hannover bestätigte, dass Büroräume Krachs in Hannover durchsucht wurden. Von der Tätigkeit als Regionspräsident ist Krach wegen seiner Spitzenkandidatur zurzeit beurlaubt.

"Als SPD Berlin und im Namen unseres Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten Steffen Krach weisen wir die Unterstellungen in aller Entschiedenheit zurück. Selbstverständlich kooperieren wir mit den Behörden vollumfänglich, um diese haltlosen Unterstellungen auszuräumen", erklärte ein SPD-Sprecher.

Krach folgte im vergangenen Sommer dem Ruf der Berliner SPD, um die Spitzenkandidatur für die Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September zu übernehmen. Im Jahr 2021 war er zum Präsidenten der Region Hannover gewählt worden.

Umfrage sieht Berliner SPD nur auf Platz fünf

Inzwischen hat Krach gemeinsam mit Bettina König, die für die SPD im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt, auch den Landesparteivorsitz übernommen. Er kann in der von Flügeln geprägten Berliner SPD auf breite Unterstützung zählen - obwohl die Sozialdemokraten in Umfragen schlecht dastehen. In der jüngsten Umfrage von Infratest dimap lag die SPD mit 11 Prozent nur auf Platz fünf hinter CDU, Linken, Grünen und AfD. In Berlin regiert derzeit ein Bündnis von CDU und SPD.

"Die Fragen zu dieser Entwicklung muss Steffen Krach beantworten. Ich habe volles Vertrauen in unsere Sicherheitsbehörden", kommentierte der Berliner CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers die Ermittlungen gegen seinen Mitbewerber im Ringen um das Amt des Regierenden Bürgermeisters in der Hauptstadt.

Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte zuvor mitgeteilt, Ermittlungen gegen Krach eingeleitet zu haben. In Hannover war Krach bisher Regionspräsident, von dieser Tätigkeit hatte er sich wegen der Spitzenkandidatur in Berlin beurlauben lassen. CDU und SPD bilden derzeit zusammen die Berliner Landesregierung. Am 20. September wird das neue Abgeordnetenhaus gewählt.

Krach kennt den Politikbetrieb in der Hauptstadt schon länger: Von 2014 bis 2021 war er Staatssekretär für Wissenschaft in der Stadt, in die er 2002 zum Studium kam. Der SPD-Politiker war zwischen Ende 2021 und Anfang 2026 Präsident der Region Hannover. Der Regionspräsident ist der oberste Repräsentant der Region und gleichzeitig der Leiter der Regionsverwaltung. Er steht an der Spitze der Behörde, die für übergeordnete Aufgaben - wie beispielsweise die Müllabfuhr - von rund 1,2 Millionen Menschen in der Landeshauptstadt Hannover und den 20 umliegenden Städten und Gemeinden zuständig ist. Die Wahl erfolgt als Direktwahl durch die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger der gesamten Region Hannover. Am kommenden Sonntag finden niedersächsische Kommunalwahlen statt.

Quelle: ntv.de, bho/dpa

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