"Dumm" und nicht ernsthaftHegseth spricht abfällig über Europas Hormus-Einsatzpläne

US-Präsident Trump will die Europäer militärisch viel stärker engagiert sehen. Das war in der Ukraine so - und setzt sich im Nahen Osten fort. Trumps Verteidigungsminister Hegseth äußert nun noch einmal die eigene Unzufriedenheit über Beratungen der Europäer über einen Marineeinsatz.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat die europäischen Beratungen über einen Marineeinsatz zur Absicherung der Straße von Hormus als "dumm" bezeichnet. "Das sind noch keine ernsthaften Bemühungen", sagte er auf einer Pressekonferenz über die Gespräche von vergangener Woche.
Hegseth monierte, dass die Europäer darüber geredet hätten, "vielleicht irgendwann etwas zu unternehmen, wenn alles erledigt ist". Der Minister griff damit die anhaltende Kritik von US-Präsident Donald Trump auf, der mehrfach von den europäischen Verbündeten deutlich mehr Engagement bei der Sicherung der Straße von Hormus gefordert hatte.
Separater Einsatz
In seinem Statement ging Hegseth nicht auf das Planungstreffen ein, bei dem sich seit Mittwoch Militärs aus 30 Ländern im britischen Militärhauptquartier Northwood in London getroffen hatten. Großbritannien und Frankreich wollen einen neutralen Marineeinsatz organisieren, der sich klar von den Kriegsparteien abgrenzt, um Handelsschiffe zu begleiten und zu sichern. Deutschland erwägt einen Beitrag zur Minenräumung und Seeaufklärung.
Nach Überzeugung des Inspekteurs der deutschen Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, sind die entsprechenden Einheiten gerüstet. "Die Marine, das kann ich Ihnen versichern, wird bereit sein", hatte Kaack kürzlich bei einer Informationsveranstaltung beim 3. Minensuchgeschwader in Kiel gesagt.
"Kleinste Flotte aller Zeiten"
Voraussetzungen für einen Einsatz seien das Ende der Kampfhandlungen im Einsatzgebiet, ein Mandat und ein Parlamentsbeschluss. "Zum Glück sind wir eine Parlamentsarmee", betonte der Vizeadmiral.
"Die Marine leistet viel mit der kleinsten Flotte aller Zeiten, die wir gerade von der Pike auf modernisieren." Gleichzeitig müsse man manchmal mit dem Frust leben, dass Schiffe nicht vom Fließband kommen. "Alles, was wir haben, ist im Einsatz. Wir liefern verlässlich und professionell", sagte Kaack und fügte hinzu: "Wir werden angesichts der aktuellen Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten neu und klug priorisieren müssen."
Aktuell bereiten sich die Besatzungen des 3. Minensuchgeschwaders nach Angaben der Kommandeurin, Fregattenkapitän Inka von Puttkamer, auf einen möglichen Einsatz vor. "Wir haben Soldaten, die immer in hoher Einsatzbereitschaft sind. Aber natürlich muss man auch darüber sprechen, dass man sich auf ein bestimmtes Seegebiet anders vorbereitet als auf Nord- und Ostsee." Die Stimmung unter den Besatzungen sei gut und motiviert.