Politik

Streit um Abi-Prüfungen Hubig spricht sich gegen Noten-Bonus aus

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Die KMK-Vorsitzende Hubig hält einen Noten-Bonus beim Abitur für den falschen Weg.

(Foto: imago images/Torsten Silz)

Durch den Unterrichtsausfall während der Coronavirus-Pandemie können Abiturienten Teile der Prüfungsinhalte nicht vermittelt werden. Die Kultusministervorsitzende Hubig will die Noten im Nachhinein jedoch nicht anheben, sollte das zu einem Abfall des Notenschnitts führen.

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz hat sich dagegen ausgesprochen, Abiturnoten anzuheben, falls sie in Folge der coronabedingten Schulschließungen im Schnitt schlechter ausfallen sollten als in den Vorjahren. "Ich halte das nicht für den richtigen Weg", sagte Stefanie Hubig im "ntv Frühstart". Der Deutsche Hochschulverband hatte zuvor den Noten-Bonus gefordert.

Hubig, die auch Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz ist, verwies darauf, dass die Schulen stattdessen bei den Prüfungen selbst ansetzen. Es dürfe kein Stoff abgefragt werden, der ursprünglich für die Zeit vorgesehen war, in der nur noch Fernunterricht stattgefunden habe. "Das heißt: Lieber die Aufgaben anpassen, dann aber regulär benoten." Die SPD-Politikerin plant auch nicht mit schlechteren Noten: "Wir gehen nicht davon aus, dass das der Fall ist, weil die Arbeiten ja angepasst sind."

Für den Abiturjahrgang 2020 dürfe durch die Krise kein Nachteil entstehen, sagte der Präsident des Deutschen Hochschulverbands, Bernhard Kempen, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die besonderen Bedingungen, unter denen das Abitur in diesem Jahr stattfinde, seien zu berücksichtigen.

"Corona darf nicht den Lebenslauf eines ganzen Jahrgangs abwerten", sagte Kempen. Sollten beispielsweise die Abiturnoten 2020 im Schnitt 0,4 oder 0,5 Punkte schlechter sein als in den Vorjahren, müsse es einen "Nachteilsausgleich" geben: "Alles andere wäre ungerecht." Zum Ausgleich müssten laut Kempen die Abiturzeugnisse nicht geändert werden. Denkbar sei es, dass die Hochschulen bei den zulassungsbeschränkten Studiengängen einen "angemessenen Bonus" gewährten.

Quelle: ntv.de, mba/AFP