Politik

Regionalwahlen in Russland Hunderte Demonstranten verhaftet

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Bei den landesweiten Protesten wurden knapp 300 Demonstranten festgenommen.

(Foto: REUTERS)

Seit Wochen gehen in Russland Tausende Menschen gegen Präsident Putins neue Rentenreform auf die Straße. Auch die Regionalwahlen werden von Protesten begleitet. Das - und eine niedrige Wahlbeteiligung - könnten der kremltreuen Führung gefährlich werden.

Bei den landesweiten Protesten zu den Regionalwahlen in Russland sind Beobachtern zufolge knapp 300 Menschen festgenommen worden. In der sibirischen Großstadt Omsk seien am Nachmittag mehrere Dutzend Menschen in Gewahrsam genommen worden, meldete das Bürgerrechtsportal OVD-Info. In Jekaterinburg wurden demnach rund 60 Menschen festgesetzt, darunter auch der kremlkritische Ex-Bürgermeister Jewgeni Roisman. Medienberichten zufolge soll er sich dem Protest in der Millionenmetropole am Ural angeschlossen haben.

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An der Protestaktion in Moskau nahmen laut Polizei 2000 Menschen teil. Beobachter schätzen die Zahl aber weitaus höher ein.

(Foto: REUTERS)

In 18 weiteren Städten sei es ebenfalls zu Festnahmen gekommen. In Moskau startete der Protest, der sich vor allem gegen eine umstrittene Rentenreform richtet, erst am frühen Nachmittag. Die Polizei sprach von rund 2000 Teilnehmern, Beobachter gehen jedoch von weit mehr aus. Auch hier gab es Festnahmen. Eine genaue Zahl war bislang nicht bekannt. Der Kremlkritiker Alexej Nawalny hatte zu dem Protest aufgerufen. Er selbst sitzt zurzeit wegen einer anderen Protestaktion in Arrest.

In vielen Regionen Russlands sollen am Sonntag die Gouverneure und lokalen Parlamente gewählt werden. Interessant ist die Abstimmung vor allem in der Hauptstadt. Rund 7,2 Millionen Moskauer können bis 22.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MESZ) über den wichtigsten Posten in der Metropole entscheiden.

Die Wiederwahl des kremltreuen Amtsinhabers Sergej Sobjanin gilt aber als sicher; seine vier Konkurrenten haben keine realistischen Aussichten auf Erfolg. Präsident Wladimir Putin lobte die Arbeit seines Statthalters Sobjanin. "Ich gehe davon aus, dass der jetzige Führungsstil auch in Zukunft erhalten bleibt", sagte der Kremlchef bei seiner Stimmabgabe in Moskau.

Meinungsforscher gehen landesweit von einer geringen Wahlbeteiligung aus. Bis zum Nachmittag lag die Beteiligung in der Hauptstadt bei lediglich 17,8 Prozent. Viele Bürger wollen aus Protest gegen die Rentenreform zu Hause bleiben, sagen Experten. Erste Wahlprognosen werden am späten Abend erwartet. Auch in vielen weiteren Regionen des Riesenreichs wird über Gouverneursposten und lokale Parlamente abgestimmt.

Quelle: n-tv.de, hny/dpa

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