Politik

Trotz Waffenruhe im Jemen Huthi-Rebellen feuern auf UN-Gesandten

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Der UN-Sondergesandte Patrick Cammaert soll den Waffenstillstand im Jemen überwachen.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Eigentlich gilt für den Jemen eine Waffenruhe, vermittelt von der UN. Ausgerechnet ein Team der Vereinten Nationen auf Friedensmission wird nun beschossen. Doch die Mitglieder des Konvois haben Glück.

Der Leiter der UN-Beobachtermission zur Überwachung der Waffenruhe im Jemen und sein Team sind beim Einsatz in der strategisch wichtigen Hafenstadt Hudaida beschossen worden. Patrick Cammaert und allen Mitarbeitern gehe es aber gut und sie seien in Sicherheit, sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric in New York. Das Team, das mit den stärksten Sicherheitsmaßnahmen, die die UN habe, ausgestattet sei, habe gerade ein Treffen mit Regierungsvertretern verlassen, als die Schüsse fielen. Woher sie gekommen seien, sei noch nicht klar.

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Die Mission solle fortgesetzt werden, sagte Dujarric. Cammaert rufe alle Beteiligten erneut zur Zurückhaltung auf. Aus jemenitischen Sicherheitskreisen hieß es, dass die Huthi-Rebellen das UN-Team beschossen hätten, als dieses ein vom Krieg zerstörtes Gebäude in Hudaida inspiziert habe. Ein Sprecher der Aufständischen wies die Vorwürfe zurück und beschuldigte stattdessen die Regierungskräfte und deren Verbündete, für den Beschuss verantwortlich zu sein.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Mittwoch einstimmig die Entsendung von bis zu 75 zivilen Beobachtern in den Jemen beschlossen. Sie sollen sechs Monate lang in den Hafenstädten Hodeida, Salif und Ras Issa den Waffenstillstand überwachen, wie das Gremium in New York entschied. Der ehemalige niederländische General Patrick Cammaert Cammaert ist bereits mit einem Voraustrupp vor Ort. Der ehemalige niederländische General war bereits kurz vor Weihnachten mit einem Voraus-Team in den Jemen gereist.

Die Beobachter sollen unter anderem den Betrieb des strategisch wichtigen Hafens Hodeida, über den der Großteil der humanitären Hilfe für den Jemen in das Land gelangt, sicherstellen und den geplanten Abzug der Rebellen überwachen. Die Stadt am Roten Meer ist für die Versorgung des Landes von zentraler Bedeutung.

Im Jemen kämpft eine von Saudi-Arabien unterstützte Militärkoalition aufseiten der international anerkannten Regierung gegen die Huthi-Rebellen, die große Teile des Nordjemens besetzt halten und vom Iran unterstützt werden. Unter Vermittlung der Vereinten Nationen hatten sich die Konfliktparteien im Jemen erst vor wenigen Wochen unter anderem auf eine Feuerpause für das lange Zeit heftig umkämpfte Hudaida geeinigt. Nach UN-Angaben wird sie mit einigen Ausnahmen weitgehend eingehalten.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa/AFP