Politik

"Mit Raketen und Drohnen"Huthi greifen saudi-arabische Öltanker im Roten Meer an

23.07.2026, 07:43 Uhr
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Der Vorfall soll sich rund 70 Seemeilen vor dem saudi-arabischen Hafen Al Schukaik ereignet haben. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Huthi-Miliz tritt wenige Tage nach der Androhung einer Seeblockade im Roten Meer in den Iran-Krieg ein. Mindestens ein saudi-arabischer Öltanker gerät unter Beschuss. Damit ist eine weitere wichtige Handelsroute in Gefahr - mit möglichen Folgen für den Welthandel.

Im Zuge des Iran-Krieges entwickelt sich offenbar eine weitere Front: Nur wenige Tage nach der Verkündung einer Seeblockade hat die mit Teheran verbündete jemenitische Huthi-Miliz im Roten Meer nach eigenen Angaben zwei saudi-arabische Öltanker beschossen. Aus Saudi-Arabien hieß es, ein Schiff sei getroffen worden und ein Feuer an Bord ausgebrochen. Die US-Armee flog derweil die zwölfte Nacht in Folge Angriffe auf Ziele im Iran.

Die Huthi-Miliz vollzog nach eigenen Angaben "eine gezielte militärische Operation gegen zwei saudi-arabische Öltanker, welche die Blockade verletzt hatten". Die Schiffe "Encelia" und "Layla" seien mit Raketen und Drohnen attackiert worden. Die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur berichtete unter Berufung auf eine offizielle Quelle, dass die "Encelia" während der Fahrt im Roten Meer angegriffen worden sei, "was zu einem Brand am Bug des Schiffes führte". Die Crew sei nicht in Gefahr.

Auch die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) berichtete, dass ein Öltanker im Roten Meer von einem "unbekannten Geschoss" getroffen worden und ein Feuer ausgelöst worden sei. Der Vorfall habe sich rund 70 Seemeilen vor dem saudi-arabischen Hafen Al Schukaik ereignet.

Meerenge Bab-al-Mandab in Gefahr

Die Huthi-Miliz hatte am Montag eine Seeblockade gegen saudi-arabische Häfen verkündet. Damit droht sich die Meerenge von Bab-al-Mandab im Roten Meer nach der vom Iran blockierten Straße von Hormus zu einem weiteren Krisenpunkt für Frachtschiffe zu entwickeln - und einer neuen Frontlinie im Iran-Krieg. Die Huthi kontrollieren im Jemen vor allem den Norden des Landes und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von dort aus können sie mit ihrem Arsenal aus Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern auch Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen.

Der Ölexport Saudi-Arabiens - des größten Rohölexporteurs der Welt - ist bereits durch die Blockade der Straße von Hormus durch Teheran stark eingeschränkt. Allerdings ermöglichte es der saudi-arabische Hafen Yanbu am Roten Meer dem Land bisher, Öl zu exportieren, ohne die Straße von Hormus passieren zu müssen. Dies wäre bei einer Seeblockade durch die Huthi-Miliz nicht mehr möglich.

US-Präsident Donald Trump hatte die Huthi-Miliz davor gewarnt, saudi-arabische Häfen zu blockieren. "Falls so etwas passiert, werden wir uns darum kümmern", sagte er. "Wir sind schon früher gegen die Huthis vorgegangen, und wir haben seitdem nichts mehr von ihnen gehört."

Quelle: ntv.de, raf/AFP

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