Politik

Friedensnobelpreis-Organisation ICAN: Putin nutzt Atomwaffen als "Erpressung"

Wenige Tage nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine versetzt Wladimir Putin die Abschreckungskräfte in besondere Kampfbereitschaft - eine Entscheidung, die viele Menschen beunruhigt und schockiert. Und das, so eine Expertin, ist auch Putins Ziel.

Russlands Präsident Wladimir Putin setzt nach Ansicht der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) das nukleare Arsenal seines Landes als Instrument der "Erpressung" gegen den Westen im Ukraine-Konflikt ein. Dieses Vorgehen Putins sei "extrem gefährlich", sagte Beatrice Fihn, die Chefin der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Organisation. Das Risiko eines Atomwaffen-Einsatzes habe damit einen beispiellosen Grad erreicht und sei "unglaublich beunruhigend und bedrückend".

Putin hatte wenige Tage nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine nach eigenen Worten angeordnet, "die Abschreckungskräfte der russischen Armee in besondere Kampfbereitschaft zu versetzen". Diese Abschreckungskräfte umfassen auch Atomwaffen.

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Mit dieser Erklärung wolle Putin "Angst in der ganzen Welt verbreiten", sagte Fihn. Mittels dieser Angst wolle er Hilfen an die Ukraine verhindern. Der russische Präsident setze die Atomwaffen somit zur "Erpressung" ein, damit niemand gegen die Invasion der Ukraine "intervenieren" könne. Putin drohe mit Atomwaffen, "um illegal in ein Land einzufallen, das keine Atomwaffen besitzt".

Allerdings hält es die ICAN-Chefin vorerst für wenig wahrscheinlich, dass Putin tatsächlich Atomwaffen einsetzt. Gleichwohl sei nicht auszuschließen, dass es aufgrund von "Missverständnissen" doch zu einem Atomwaffeneinsatz komme. Es sei zu befürchten, dass Nuklearwaffen durch einen "Unfall" in der Kommunikation zum Einsatz kämen.

Quelle: ntv.de, cls/AFP

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