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Abu Sayyaf droht mit Enthauptung IS-Gruppe zeigt Video von deutscher Geisel

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Das schwarze Banner ist inzwischen auch im Süden der Philippinen zu sehen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf, die dem IS die Treue geschworen hat, hält auf den Philippinen eine deutsche Geisel gefangen. Nun wenden sich die Geiselnehmer in einem Video direkt an die Bundesregierung.

Die philippinische Islamistengruppe Abu Sayyaf hat ein Video von dem im November entführten deutschen Segler Jürgen Kantner veröffentlicht. Nach Angaben des auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierten US-Unternehmens Site veröffentlichten die Dschihadisten die Aufnahmen am Mittwoch. Darin drohen sie mit der Enthauptung des 70-Jährigen, sollte die Bundesregierung das geforderte Lösegeld nicht zahlen.

In dem Video posieren vier maskierte Milizionäre in Badelatschen mit schweren Waffen vor schwarzen Flaggen mit islamischem Glaubensbekenntnis, wie sie auch die Terrorgruppe Islamischer Staat verwendet. Die Geiselnehmer wenden sich in Englisch direkt an die Bundesregierung, machen jedoch zur Höhe des Lösegeldes und der Dauer des Ultimatums keine Angaben. Vor ihnen steht während der Aufnahme in einem frisch ausgehobenen Grab die Geisel.

Das philippinische Militär hatte Anfang November die Entführung Kantners gemeldet. Demnach entdeckten Anwohner die vor der Südküste der Philippinen treibende Yacht des passionierten Seglers mit der Leiche seiner Partnerin Sabine Merz. Von Kantner selbst fehlte jede Spur. Zu seiner Entführung und der Ermordung seiner Partnerin bekannte sich Abu Sayyaf in einer Audiobotschaft, auf der auch Kantners Stimme zu hören war. Am 31. Dezember veröffentlichten die Islamisten laut Site weitere Fotos von Kantner.

Gruppe schwor dem IS Gefolgschaft

Die Bundesregierung wollte die Berichte über neue Videoaufnahmen des verschleppten deutschen Seglers nicht kommentieren. Sie äußere sich grundsätzlich nicht zu Entführungsfällen und Geiselnahmen deutscher Staatsangehöriger im Ausland, hieß es aus dem Auswärtigen Amt.

Abu Sayyaf wurde in den 90er Jahren mit Geld von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden gegründet und hat inzwischen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) Gefolgschaft geschworen. Die Gruppe wurde durch die Entführung zahlreicher Ausländer bekannt. Im Frühjahr 2000 machte die Extremistengruppe mit der Verschleppung von elf westlichen Ausländern Schlagzeilen, darunter die Göttinger Familie Wallert. Wie sie freikam, wurde nie öffentlich geklärt.

Im Oktober 2014 ließ Abu Sayyaf zwei deutsche Segler nach einem halben Jahr in Geiselhaft frei. Die Islamisten erklärten, sie hätten umgerechnet mehr als fünf Millionen Dollar Lösegeld für das Paar erhalten. Im vergangenen Jahr ermordeten sie zwei kanadische Geiseln, weil ihre Lösegeldforderungen nicht erfüllt worden waren.

Quelle: n-tv.de, bdk/AFP

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