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Dutzende Tote und Verletzte im Jemen IS bekennt sich zu Anschlag auf Moschee

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Der Anschlag passierte, während Menschen beteten.

(Foto: imago/Xinhua)

Im Jemen verübt die Terrorgruppe Islamischer Staat einen Anschlag auf eine Moschee. Die Gläubigen begehen gerade den ersten Tag des Opferfestes, als sich ein Selbstmordattentäter in die Luft sprengt.

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee sind in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa bis zu 25 Gläubige ums Leben gekommen und Dutzende verletzt worden. Ein Attentäter hatte sich am ersten Tag des islamischen Opferfestes in einem von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierten Gebiet in die Luft gesprengt, hieß es aus medizinischen Kreisen. Über die Zahl der Opfer gibt es unterschiedliche Angaben.

Zeugen berichteten, zunächst habe es eine Explosion in der Moschee gegeben. Als die Gläubigen in Panik aus dem Gotteshaus gerannt seien, habe sich am Eingang des Gebäudes ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Ob auch die erste Explosion von einem Selbstmordattentäter stammte, war unklar.

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Am Eingang gab es laut Zeugen eine weitere Explosion.

(Foto: imago/Xinhua)

In einer im Internet verbreiteten, zunächst nicht verifizierbaren, Botschaft beanspruchten Unterstützer des Islamischen Staates (IS) die Tat für die Terrormiliz. Der Anschlag habe sich gegen "Ungläubige" gerichtet, hieß es. Der IS, der große Gebiete im Irak und in Syrien kontrolliert, sieht Schiiten als Ketzer an.

Seit einigen Monaten gibt es immer wieder schwere Angriffe der IS-Dschihadisten auf schiitische Muslime in Gotteshäusern. Erst Anfang September wurden bei einem IS-Anschlag auf eine Moschee in Sanaa mehr als 30 Menschen getötet und fast hundert weitere verletzt.

Bürgerkrieg stärkt Extremisten

Experten zufolge sind die Dschihadisten durch das Machtvakuum im Jemen gestärkt worden. Denn im Jemen herrscht seit Monaten Bürgerkrieg zwischen den Huthi-Rebellen und Anhängern des sunnitischen Präsidenten Hadi, der am Dienstag nach monatelangem Exil in Saudi-Arabien ins Land zurückgekehrt war.

Die Bundesregierung verurteilte den Anschlag auf das Schärfste. "Der Anschlag während des islamischen Opferfestes ist ein Versuch, die Lage im Land weiter zu destabilisieren und Hass und Gewalt zwischen den Bevölkerungsgruppen anzuheizen", heißt es in einer Erklärung des Auswärtigen Amtes. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach den Angehörigen der Opfer und allen Menschen im Jemen sein Beileid aus. Für Angriffe auf religiöse Orte gebe es keine Rechtfertigung, sagte Ban. Der Vorfall müsse aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/AFP

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