Politik

Terrormiliz äußert sich IS reklamiert Londoner Messerangriff für sich

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Die Spurensicherung am Tatort ist noch nicht abgeschlossen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Süden Londons attackiert ein Mann am Wochenende Passanten mit einem Messer. Polizisten erschießen den Täter. Nun bekennt sich die Miliz Islamischer Staat zu dem Anschlag. Derweil kündigt Premier Johnson härtere Maßnahmen gegen verurteilte Islamisten an.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem Stichwaffen-Angriff mit drei Verletzten in London bekannt. Der Angreifer sei ein "IS-Kämpfer" gewesen, erklärte die Miliz über ihre Propaganda-Plattform Amaq.

Ein offenbar erst kürzlich vorzeitig aus der Haft entlassener Islamist hatte am Sonntag in London Passanten mit einer Stichwaffe verletzt, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Die IS-Miliz erklärte, der Mann sei mit der Attacke einem Aufruf der Dschihadistengruppe gefolgt. Ziel sei es gewesen, Bürger von Staaten anzugreifen, die Mitglieder der internationalen Koalition gegen die Dschihadistenmiliz in Syrien und im Irak sind.

Die britische Polizei erklärte, sie setze die Ermittlungen zu dem Angriff "unter Hochdruck" fort. Anti-Terror-Einheiten durchsuchten demnach am Vormittag eine Wohnung im Süden der britischen Hauptstadt sowie in Bishop's Stortford nördlich von London. Dabei habe es keine Festnahmen gegeben.

Auch die britische Regierung will Konsequenzen aus dem zweiten Stichwaffenangriff binnen drei Monaten ziehen. Premierminister Boris Johnson teilte mit, es werde "fundamentale Änderungen" beim Umgang mit wegen Terrorakten Verurteilten geben. Demnach sollen Verurteilte Terroristen künftig nicht automatisch vorzeitig aus britischen Gefängnissen entlassen werden.

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Der Tatort in einer belebten Einkaufsstraße im Stadtteil Streatham im Süden der britischen Hauptstadt war am Vormittag weiter abgesperrt. Dort hatte der Angreifer am frühen Sonntagnachmittag mit einer Stichwaffe Passanten angegriffen. Ein dabei verletzter Mann schwebte am Abend nach Polizeiangaben noch in Lebensgefahr. Eine Frau wurde demnach leichter verletzt. Eine weitere Frau sei vermutlich durch Glassplitter infolge des Polizei-Einsatzes leicht verletzt worden.

Die britische Hauptstadt war in den vergangenen Jahren mehrfach von islamistischen Anschlägen erschüttert worden. Ende November erstach ein Angreifer auf der London Bridge zwei Menschen und verletzte mehrere weitere, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Die IS-Miliz reklamierte auch diese Messerattacke für sich. Der Angreifer, der 28-jährige Brite Usman Khan, war bereits 2012 wegen einer terroristischen Straftat verurteilt worden und ebenfalls vorzeitig frei gekommen.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP