Politik

In den Nahen OstenBericht: Pentagon erwägt Umleitung der Ukraine-Waffenhilfe

26.03.2026, 16:48 Uhr
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Ein Patriot-Abwehrsystem in der Ukraine. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Erst einen knappen Monat läuft der israelisch-amerikanische Militäreinsatz gegen den Iran. Das Waffenarsenal der USA wird damit an einem weiteren Ort massiv beansprucht. Das Pentagon erwägt nun offenbar einen drastischen Schritt.

Der Ukraine drohen einem Bericht zufolge weitere Einschnitte bei der Waffenhilfe durch die Vereinigten Staaten. So soll das US-Verteidigungsministerium erwägen, für die Unterstützung der Ukraine angedachte Waffensysteme stattdessen in den Nahen Osten umzuleiten, wie die "Washington Post" unter Berufung auf drei mit den Planungen vertraute Personen berichtet. Die finale Entscheidung sei jedoch noch nicht getroffen worden.

Dem Bericht zufolge könnten darunter Abfangraketen zur Luftverteidigung aus dem PURL-Programm sein. Mittels dessen liefern die USA vor allem von europäischen Verbündeten bezahlte Waffen in die Ukraine. Diese sind für das Land entscheidend bei der Abwehr russischer Raketen- und auch Drohnenangriffe. Durch den seit Ende Februar laufenden Krieg gegen den Iran haben die USA samt ihren verbündeten Golfstaaten aber selbst einen stark erhöhten Bedarf entwickelt, um iranische Angriffe abzuwehren.

Rutte: Produktion erhöhen

Nach jüngster Einschätzung der Nato erhält die Ukraine trotz des Iran-Kriegs weiter wichtige Rüstungsgüter von ihren Unterstützern. "Die gute Nachricht ist, dass notwendige Ausrüstung weiterhin in die Ukraine geliefert wird", sagte Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Inwiefern er bei seiner Aussage weitere Einschnitte zuungunsten der Ukraine bereits einkalkuliert, bleibt fraglich. Gleichzeitig forderte Rutte die Rüstungsunternehmen der Nato-Länder auf, ihre Produktion zu erhöhen. Dies ist bereits seit Jahren ein Mantra der Nato, scheint aber zu dauern.

Nachdem US-Präsident Donald Trump seinen Vorgänger Joe Biden im Amt abgelöst hatte, war die US-Unterstützung der Ukraine bereits deutlich zurückgefahren worden. Andere Nato-Länder versuchen, in die Bresche zu springen. Die US-Waffenhilfe bleibt aber von entscheidender Bedeutung.

In einer Stellungnahme gegenüber der "Washington Post" erklärte ein Sprecher des Pentagon nun, das Verteidigungsministerium werde "sicherstellen, dass die US-Streitkräfte und die unserer Verbündeten und Partner alles haben, was sie zum Kämpfen und Siegen brauchen", lehnte es aber ab, sich weiter dazu zu äußern.

"Phase erheblicher Unsicherheit"

Olha Stefanischyna, die ukrainische Botschafterin in den Vereinigten Staaten, erklärte in einer Stellungnahme, Kiew halte seine Partner über seine Bedürfnisse, insbesondere im Bereich der Luftverteidigung, auf dem Laufenden, verstehe aber die "Phase erheblicher Unsicherheit" während des Krieges. "Etwaige Störungen zu Beginn der jüngsten Einsätze im Nahen Osten konnten abgemildert werden", so Stefanischyna.

Ein nicht namentlich benannter europäischer Beamter sagte der Zeitung, dass eine mögliche Entscheidung der USA, Systeme umzuleiten, sich nur auf die nächsten Lieferungen an die Ukraine nach den kommenden ein bis zwei Monaten auswirken würde, da "bereits einige Dinge in der Pipeline sind".

Die Ukraine beklagt seit vielen Monaten die Knappheit von Munition und Raketen für die Luftverteidigung. Sollte weiterer Systemnachschub ausbleiben, könnte sich dies während einer etwaigen russischen Sommeroffensive noch merklicher auswirken, als es dies jetzt schon tut. Waffenlieferungen werden zumeist mit einigem Vorlauf geplant, bei der Produktion von Systemen gar mit Jahren Vorlauf.

Quelle: ntv.de, mpe

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