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Izzat al-Duri paktierte mit IS Irakische Armee tötet Saddams General

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Izzat Ibrahim al-Duri ging einen Pakt mit dem IS ein.

dpa

Der Mann mit dem roten Schnurrbart war Vertrauter Saddam Husseins, Anstifter des Aufstands gegen die schiitische Regierung in Bagdad, zuletzt Zweckgefährte des IS. Nun soll Izzat Ibrahim al-Duri bei einer Anti-IS-Offensive getötet worden sein.

Im Irak ist nach offiziellen Angaben ein wichtiger Verbündeter der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) getötet worden. Izzat Ibrahim al-Duri sei bei einem großangelegten Militäreinsatz ums Leben gekommen, sagte der Gouverneur der Provinz Salahuddin dem Sender Al-Arabiya. Dazu wurde ein Foto einer Leiche gezeigt, die Al-Duri ähnlich sieht.

Der auffällig rothaarige Ex-General gehörte zum inneren Machtzirkel des früheren Diktators Saddam Hussein und war dessen letzter enger Vertrauter, der sich noch auf der Flucht befand. Er soll ein Drahtzieher des Aufstandes gegen die von Schiiten geführte Zentralregierung in Bagdad sein.

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Im vergangenen Jahr waren Aufnahmen aufgetaucht, in denen Al-Duri angeblich dem IS die Treue schwört. Der langjährige Machthaber Saddam Hussein und sein Führungszirkel waren Sunniten, welche im Irak insgesamt eine Minderheit sind. Mit dem Bündnis der alten Saddam-Hussein-Kader mit dem IS bildete sich eine sunnitische Zweckkoalition, wobei die Dschihadisten der Bevölkerung eine besonders radikale Auslegung ihrer Glaubensrichtung aufzwingen wollen. Die Islamisten stellten sich damit auch als Befreier sunnitischer Gebiete dar.

IS fällt in Ramadi ein

Aus der Region um Tikrit - der Geburtsstadt des 2006 hingerichteten Saddam Husseins - ist der IS inzwischen weitgehend zurückgedrängt worden. Dafür fielen die Dschihadisten nun in die westirakische Stadt Ramadi vor. Die Extremisten brachten die Große Moschee in ihre Gewalt und belagern den Sitz der Provinzregierung, das Militärkommando und ein Krankenhaus, berichtet die irakische Webseite "Al-Sumeria News".

Ramadi, 100 Kilometer westlich von Bagdad, ist die Hauptstadt der sunnitisch bevölkerten Provinz Anbar. Die schiitisch geführte Regierung in Bagdad wollte nach der Eroberung von Tikrit zu Monatsbeginn selbst Offensive gegen den IS in Anbar starten. Doch die Dschihadisten scheinen ihrerseits die Initiative ergriffen zu haben.

Vor den Kämpfen haben nach Angaben der UNO tausende Familien ihre Häuser in Ramadi verlassen. Wie das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) mitteilte, verließen seit dem 8. April 4250 Familien die Hauptstadt der Provinz Anbar. An diesem Tag hatte der irakische Regierungschef Haider al-Abadi angekündigt, die "nächste Schlacht" werde die zur "vollständigen Befreiung" Anbars sein.

Quelle: n-tv.de, nsc/rts/dpa/AFP

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