Politik

Heilige Schiiten-Stadt in Gefahr Iraks Armee wehrt IS-Angriff ab

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) versucht, im Irak in schiitische Gebiete vorzudringen. Ihr Angriff auf Samarra schlägt fehl. Im nordirakischen Mossul werden laut Augenzeugen fünf Massengräber entdeckt.

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Der als "Goldene Moschee" bekannte Askari-Schrein in der nordirakischen Stadt Samarra, die bei Anschlägen schwer beschädigt wurde. Das Gebäude beherbergt die Gräber des zehnten und des elften Imams, des 868 gestorbenen Ali Ibn Mohammed Al-Hadi und seines 874 gestorbenen Sohnes Hassan Al-Askari.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die irakische Armee hat einen Angriff der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf die für Schiiten heilige Stadt Samarra abgewehrt. Nach Angaben von Sicherheitsquellen attackierten die Extremisten zunächst mehrere Kontrollpunkte mit fünf Selbstmordattentätern, die sich in Fahrzeugen in die Luft sprengten. Dabei seien mindestens drei weitere Menschen getötet und 41 verletzt worden, berichtete die Nachrichtenseite Al-Sumaria News. Anschließend gab es Gefechte zwischen beiden Seiten.

Der IS kontrolliert im Irak große Teile im Norden und Westen. Die Extremisten versuchen seit Monaten, auf Samarra rund 125 Kilometer nördlich von Bagdad vorzurücken. Die mehrheitlich von Sunniten bewohnte Stadt ist für Schiiten ein wichtiger Pilgerort, weil hier der Schrein des im 9. Jahrhundert gestorbenen schiitischen Imams Hassan al-Askari liegt. Eine Einnahme Samarras wäre für den IS ein strategisch wichtiger Sieg.

Bericht über Massengräber

Im vom IS eroberten nordirakischen Mossul sind laut Augenzeugen fünf Massengräber gefunden worden. Einwohner aus dem Süden und Westen der Stadt berichteten, in den Gräbern lägen die Überreste von mehr als 300 Menschen, darunter auch Frauen und Kinder. Sie sollen Opfer der IS-Miliz geworden sein. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

Seit der IS im Juni in den Nordirak vorgedrungen ist, sind mehrfach Massengräber entdeckt worden. Vor rund einer Woche fanden kurdische Peschmerga-Kämpfer nahe dem Sindschar-Gebirge neun Massengräber mit Überresten von Jesiden.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa