Politik

Auf Konfrontationskurs zu Trump?Chamenei verbietet angeblich Ausfuhr von hochangereichertem Uran

21.05.2026, 15:30 Uhr
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Modschtaba Chamenei stellt sich angeblich gegen eine zentrale Forderung der USA. (Foto: via REUTERS)

Die Verhandlungen im Iran-Krieg scheinen festgefahren: Wechselseitig stellen Washington und Teheran Bedingungen auf, die die andere Seite kaum erfüllen wird. Irans jüngste Anweisung dürfte den US-Präsidenten nun zusätzlich provozieren.

Irans Oberster Führer Ajatollah Modschtaba Chamenei hat Insidern zufolge angeordnet, dass hochangereichertes Uran nicht ins Ausland gebracht werden darf. Damit verhärtet die Regierung in Teheran ihre Haltung zu einer zentralen Forderung der USA in den Gesprächen zur Beendigung des Krieges, wie zwei hochrangige iranische Insider sagten. Die Anordnung dürfte US-Präsident Donald Trump weiter verärgern.

Israelischen Vertretern zufolge hat Trump der Regierung in Jerusalem versprochen, dass die iranischen Bestände an hochangereichertem Uran außer Landes geschafft werden. Andernfalls werde es kein Abkommen zur Beendigung des Krieges geben. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am 10. Mai dem US-Sender CBS gesagt, er werde den Krieg erst dann als beendet betrachten, wenn das angereicherte Uran aus dem Iran entfernt sei, Teheran seine Unterstützung für verbündete Milizen einstelle und seine Fähigkeiten zum Bau ballistischer Raketen beseitigt seien. Das Weiße Haus und das iranische Außenministerium äußerten sich zunächst nicht zu den Informationen.

Sechs Wochen nach Beginn einer brüchigen Feuerpause haben die von Pakistan vermittelten Friedensgespräche noch keinen Durchbruch gebracht. Eine US-Blockade iranischer Häfen und die Kontrolle Teherans über die Straße von Hormus erschweren die Verhandlungen zusätzlich. Im Iran herrscht den Insidern zufolge tiefes Misstrauen, dass die von Washington ausgerufene "Unterbrechung der Feindseligkeiten" ein taktisches Täuschungsmanöver sein könnte, um vor neuen Angriffen ein Gefühl der Sicherheit zu schaffen.

Iran befürchtet neue Angriffe

Die iranische Führung gehe davon aus, dass ein Export des Urans das Land verwundbarer für künftige Angriffe der USA und Israels machen würde, hieß es weiter. Der iranische Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf sagte, "offensichtliche und versteckte Schritte des Feindes" zeigten, dass die Amerikaner neue Angriffe vorbereiteten. Trump erklärte seinerseits, die USA seien zu weiteren Angriffen bereit, sollte der Iran einem Friedensabkommen nicht zustimmen. Washington könne jedoch noch einige Tage auf die "richtigen Antworten" warten.

Zwar haben beide Seiten Insidern zufolge begonnen, einige Differenzen beizulegen. Bei Teherans Atomprogramm bleiben jedoch tiefe Gräben. Vor dem Krieg hatte der Iran noch Bereitschaft signalisiert, die Hälfte seiner auf 60 Prozent angereicherten Uranbestände auszuführen. Diese Position habe sich jedoch nach wiederholten Drohungen Trumps geändert, sagten die Insider. Dennoch gebe es "praktikable Lösungsansätze" zur Lösung des Problems, etwa einen Abbau der Bestände unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).

Die IAEA schätzt, dass der Iran über 440,9 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertes Uran verfügte, als Israel und die USA im Juni 2025 ihre ersten Angriffe auf iranische Atomanlagen flogen. Wie viel davon noch vorhanden ist, ist unklar. IAEA-Chef Rafael Grossi hatte im März erklärt, die verbliebenen Bestände lagerten "hauptsächlich" in einem Tunnelkomplex in Isfahan. Die Behörde gehe davon aus, dass sich dort etwas mehr als 200 Kilogramm befinden.

Der Iran bestreitet seit Langem, nach einer Atombombe zu streben, und gibt an, hochangereichertes Uran für medizinische Zwecke und einen Forschungsreaktor in Teheran zu benötigen, der mit auf rund 20 Prozent angereichertem Uran betrieben wird. Israel verfügt Experten zufolge über ein Atomwaffenarsenal, hat dies jedoch über Jahrzehnte hinweg weder bestätigt noch dementiert.

Quelle: ntv.de, nbr/rts

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