Politik

Kampagne gegen KritikerIran beschlagnahmt Vermögen Hunderter Regimegegner

22.09.2026, 12:24 Uhr
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Regierungsgegnern sollen zuvor bereits 143 Immobilien entzogen worden sein. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die iranische Justiz zieht laut Behörden Eigentum und Vermögen von fast 400 Menschen ein. Sie behauptet, die Betroffenen hätten mit dem Feind kooperiert. Derweil gibt es Berichte über ein neues Onlineportal zur Meldung angeblicher Kritiker im Ausland.

Im Zuge ihrer Kampagne gegen Regierungskritiker hat die iranische Justiz Vermögen und Eigentum von fast 400 Menschen beschlagnahmt. Insgesamt sei ihnen der Zugriff auf 2191 Konten und 39 Fahrzeuge entzogen worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt Teheran.

Die Justiz begründete den Schritt damit, gegen angebliche Staatsfeinde vorzugehen. So sollen die Betroffenen mit dem Feind und "konterrevolutionären Kräften" kooperiert haben. In welchem Zeitraum die Staatsanwaltschaft gegen die Kritiker vorgegangen ist, ist bislang nicht bekannt. Zuvor sollen Regierungsgegnern bereits 143 Immobilien entzogen worden sein.

Zu den Identitäten gab es keine genauen Angaben. In dem Bericht bei Tasnim hieß es jedoch, auch Medienschaffende seien betroffen gewesen, die für Exil-Portale arbeiteten. Außerdem sei Vermögen von "Aktivisten und Betreibern feindlich gesinnter Medien" sowie "verräterischen Persönlichkeiten" im Ausland beschlagnahmt worden.

Erst vergangene Woche hatten iranische Medien über ein neues Onlineportal zur Meldung angeblicher Kritiker im Ausland berichtet. Ziel des Überwachungssystems "Aladsch" (Heilung) sei, "Verräter" zu identifizieren. Der Iran-Krieg hat das Misstrauen in der Gesellschaft verstärkt. Wie stark das Portal genutzt werden wird, ist offen.

Quelle: ntv.de, are/dpa

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