Politik

"Inakzeptable" Äußerungen Iran bestellt deutschen Diplomaten ein

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Die deutsche Botschaft in Teheran (Archivbild).

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Tötung eines iranischen Generals sorgt auch für Spannungen zwischen Teheran und Berlin. Dem iranischen Außenministerium missfällt die Reaktion "bestimmter deutscher Vertreter" und ruft den Geschäftsträger der deutschen Botschaft zum Gespräch.

Aus Protest gegen Äußerungen deutscher Politiker im Zusammenhang mit der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani hat das iranische Außenministerium den Geschäftsträger der deutschen Botschaft in Teheran einbestellt. Als Gründe nannte das Außenministerium nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna "unwahre, unangemessene und destruktive" Äußerungen "bestimmter deutscher Vertreter" zum Tod Soleimanis sowie deren Unterstützung für den "terroristischen Angriff" der USA.

Diese Kritik sei dem deutschen Diplomaten übermittelt worden. Soleimani sei nicht nur im Iran, sondern in der ganzen Region wegen seines Kampfes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat respektiert gewesen, hieß es weiter. Daher seien "einseitige Äußerungen" deutscher Politiker in diesem Zusammenhang inakzeptabel. Sie stünden nicht im Einklang mit den bisherigen Beziehungen beider Länder und den Bemühungen für Frieden und Sicherheit in der Region.

Verweis auf "militärische Provokationen" Auslöser?

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es dazu lediglich: "Der deutsche Geschäftsträger im Iran war heute zu einem Gespräch im iranischen Außenministerium." Teheran bezog sich mutmaßlich auf Äußerungen der stellvertretenden Sprecherin der Bundesregierung, Ulrike Demmer, vom Freitag. Zwar hatten sie und andere Sprecher der Bundesregierung es auf Anfragen vermieden, den von US-Präsident Donald Trump angeordneten Angriff auf Soleimani zu bewerten. Demmer verwies allerdings auf vorherige "militärische Provokationen, für die der Iran die Verantwortung trägt".

In der Nacht zum Freitag waren Soleimani und der irakische Milizenführer Abu Mehdi al-Muhandis durch einen von Trump angeordneten US-Drohnenangriff in der Nähe des Bagdader Flughafens getötet worden. Soleimani war einer der einflussreichsten Militärs seines Landes und Anführer der gefürchteten Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden. Die Führung in Teheran kündigte "schwere Vergeltung" für den Tod des Generals an.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP