Politik

Iran dementiert KontakteTrump verschiebt nach "produktiven Gesprächen" Iran-Ultimatum

23.03.2026, 12:40 Uhr
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Trump erklärte, er habe das Verteidigungsministerium angewiesen, geplante Militärschläge gegen iranische Energieanlagen für fünf Tage auszusetzen. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Donald Trump hat dem Iran ein Ultimatum gesetzt und gedroht, die Kraftwerke des Landes zu zerstören. Nun verschiebt er die Frist. Als Grund nennt er "produktive Gespräche" - die der Iran jedoch dementiert. Trumps Ankündigung beflügelt zumindest die Aktienmärkte.

US-Präsident Donald Trump hat angeordnet, in den nächsten fünf Tagen keine Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur zu fliegen. Dies sei das Ergebnis "sehr guter und produktiver Gespräche über eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten" in den vergangenen beiden Tagen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social komplett in Versalien.

Der US-Präsident hatte dem Iran zuvor mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die für die Weltwirtschaft bedeutende Straße von Hormus vollständig und "ohne Drohungen" öffnen. Diese Frist wäre in der deutschen Nacht zum Dienstag ausgelaufen. Der Iran drohte daraufhin mit der vollständigen Schließung der Meerenge für den Fall von US-Angriffen.

Die Gespräche würden auch den Rest der Woche fortgesetzt werden, schrieb Trump. Er habe die Anweisung, "auf der Grundlage des Charakters und des Tones dieser gründlichen, ausführlichen und konstruktiven Gespräche" getroffen, so der US-Präsident. Die Aussetzung der Angriffe sei vorbehaltlich des Erfolgs der weiteren Treffen und Verhandlungen. Trump hatte den Post zuerst mit mehreren Schreibfehlern hochgeladen, dann gelöscht und neu gepostet.

Teheran dementierte dagegen jegliche Verhandlungen mit Washington. Laut den Agenturen Fars und Tasnim bestehen weder direkte noch vermittelte Kontakte. Die staatlichen iranischen Medien stellen Trumps Entscheidung, seine Frist für Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur nach Gesprächen mit Teheran zu verschieben, demnach als "Rückzieher" dar.

Die Ankündigung beflügelte die Aktienmärkte und ließ den Ölpreis einbrechen. Der Dax machte daraufhin einen Satz nach oben und legte in der Spitze um 3,6 Prozent auf 23.178 Punkte zu. Auch der EuroStoxx50 drehte ins Plus und gewann zeitweise mehr als drei Prozent. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent brach in der Spitze mehr als 14 Prozent auf 96,00 Dollar je Barrel ein.

Konflikt um Straße von Hormus

Der von den USA und Israel angegriffene Iran hatte seit Kriegsbeginn wiederholt Schiffe in der Straße von Hormus per Funk dazu aufgerufen, diese nicht zu passieren. Teheran griff in der Region seither wiederholt auch Schiffe an - mit gravierenden Auswirkungen auf den weltweiten Handel von Gas und Öl.

Die Meerenge ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren und ist eine der wichtigsten Routen der Seefahrt weltweit. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wird durch die Passage transportiert. Der größte Teil davon geht in Richtung China, Indien und in andere asiatische Länder. Auch etwa 20 Prozent des weltweiten Flüssiggashandels läuft durch die Meerenge.

Die Menschen in Deutschland spüren die Auswirkungen der faktischen Blockade unter anderem beim Tanken, weil die Preise für Benzin und Diesel stark gestiegen sind. Experten vermuten, dass auch Lebensmittel teurer werden könnten.

Quelle: ntv.de, toh/dpa/DJ

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