Politik

Anstieg "beispiellos"Iran richtet 2025 so viele Menschen wie nie hin - Saudi-Arabien auch

01.01.2026, 19:08 Uhr
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Zwei Informationsblätter am Zaun des iranischen Konsulats in Frankfurt: Auch Donya Farhadi und Nika Shakarami wurden den Angaben zufolge vom iranischen Regime hingerichtet. (Foto: AFP)

Die Todesstrafe hat Methode: Wer sich im Iran gegen die Obrigkeit auflehnt, riskiert sein Leben. Eine Menschenrechtsorganisation erfasst für 2025 einen deutlichen Anstieg von Hinrichtungen im Land der Mullahs. In Saudi-Arabien sieht es ähnlich aus.

Im Iran sind nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation im vergangenen Jahr mindestens 1500 Menschen hingerichtet worden. Dies sei ein Höchststand in den vergangenen 35 Jahren, gab die in Norwegen ansässige Organisation Iran Human Rights (IHR) am Donnerstag bekannt. Der Chef der Menschenrechtsorganisation, Mahmood Amiry-Moghaddam, sprach von einem "beispiellosen" Anstieg und einer "sehr besorgniserregenden" Entwicklung.

2024 hatte die IHR mindestens 975 Hinrichtungen im Iran gezählt. Die Organisation hat ihre endgültige Statistik für 2025 noch nicht veröffentlicht, jedoch konnte sie nach eigenen Angaben bislang mindestens 1500 Hinrichtungen verifizieren. Mehr als 700 Hinrichtungen standen demnach im Zusammenhang mit Drogendelikten.

Die Zahl der Hinrichtungen steige seit dem Ausbruch der Proteste im Iran im September 2022, sagte Amiry-Moghaddam. Die Protestwelle wurde durch den Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini nach einem Polizeigewahrsam ausgelöst. Amini war wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Kleiderordnung festgenommen worden.

Verdreifachung binnen drei Jahren

Die Zahl der Hinrichtungen stieg der Organisation zufolge von mehr als 500 im Jahr 2022 auf mehr als 800 im Jahr 2023 und 975 in 2024. "Die iranischen Behörden nutzen die Todesstrafe als Instrument, um Angst zu säen", sagt Amiry-Moghaddam. Das Ziel der Hinrichtungen sei es, neue Proteste zu verhindern. Die Proteste in diesen Tagen würden zeigen, dass das nicht gelungen sei.

Seit einigen Tagen toben im Iran Proteste gegen die desolate wirtschaftliche Lage im Land. Die spontanen Demonstrationen waren am Sonntag von Teherans größtem Handy-Markt ausgegangen. Zunächst demonstrierten vor allem Händler, danach schlossen sich zahlreiche Studenten, mindestens zehn Universitäten des Landes sowie Menschen in zahlreichen anderen Städten der Protestbewegung an.

Tödlicher Kampf gegen die Drogen

Auch in Saudi-Arabien erreichte die Zahl der Hinrichtungen 2025 einen neuen Höchststand. Im vergangenen Jahr wurden dort 356 Menschen hingerichtet, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Basis von Zahlen der saudi-arabischen Behörden ergab. Allein im Zusammenhang mit Drogendelikten wurde die Todesstrafe demnach bei 243 Menschen ausgeführt.

Die Zahl der Hinrichtungen in Saudi-Arabien erreicht damit das zweite Jahr in Folge einen neuen Höchststand. 2024 wurden 338 Menschen hingerichtet, 2023 waren es 170 Menschen.

Beobachter erklären den starken Anstieg bei der Zahl der Hinrichtungen mit dem vor ein paar Jahren begonnenen "Krieg gegen Drogen" in dem Königreich. Ende 2022 nahm Saudi-Arabien Hinrichtungen wegen Drogendelikten wieder auf. Zuvor war die Verhängung der Todesstrafe in diesen Fällen für etwa drei Jahre ausgesetzt gewesen.

Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten Märkte für die Aufputschdroge Captagon. Unter dem inzwischen gestürzten syrischen Machthaber Baschar al-Assad hatte Syrien sich der UNO zufolge zum Hauptproduzenten von Captagon im Nahen Osten entwickelt.

Saudi-Arabien gehört zu den Ländern, in denen weltweit am häufigsten die Todesstrafe verhängt wird. Mehr Hinrichtungen als in Saudi-Arabien gibt es laut Menschenrechtsorganisationen nur in China und dem Iran. China hält die Zahl der vollstreckten Todesurteile geheim. Amnesty International geht davon aus, dass es "Tausende" sind, wie die NGO vergangenes Jahr mitteilte.

Quelle: ntv.de, chr/AFP

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