Sechs Jahre für MohammadiIranische Friedensnobelpreisträgerin kommt erneut in Haft

Narges Mohammadi setzt sich im Iran seit Jahrzehnten für Frauenrechte ein - dadurch gerät sie regelmäßig mit dem Staatsapparat der Islamischen Republik in Konflikt. Nun ist die Friedensnobelpreisträgerin erneut zu einer Haftstrafe verurteilt worden.
Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben ihres Anwalts zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht habe sie wegen "Versammlung und Absprache zur Begehung von Straftaten" zu der Haftstrafe verurteilt, teilte der Anwalt Mostafa Nili mit. Es habe außerdem ein zweijähriges Ausreiseverbot gegen Mohammadi verhängt.
Mohammadi erhielt 2023 den Friedensnobelpreis für ihren drei Jahrzehnte währenden Einsatz für die Rechte der Frauen und die Abschaffung der Todesstrafe im Iran. Sie verbüßte mehrere Haftstrafen, unter anderem wegen der Verbreitung von Propaganda gegen die Islamische Republik. Ende 2024 wurde Mohammadi aus dem Teheraner Evin-Gefängnis entlassen, nachdem ihre Haftstrafe zur medizinischen Behandlung ausgesetzt worden war.
Im Dezember 2025 wurde Mohammadi dann erneut festgenommen. Sie sei zusammen mit weiteren Aktivisten bei einer Trauerzeremonie für einen verstorbenen Anwalt von Sicherheitskräften und Polizisten gewaltsam abgeführt worden, teilte die Stiftung der Frauenrechtlerin damals mit.