Politik

Vorfall bei Besuch in IrlandDrohnen nahmen Flugroute von Selenskyj ins Visier

04.12.2025, 20:56 Uhr
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Das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten auf dem Flughafen von Dublin. (Foto: picture alliance/dpa/PA Wire)

In Irland hat es einen weiteren Vorfall mit Drohnen gegeben. Mehrere näherten sich offenbar der Flugroute des ukrainischen Präsidenten Selenskyj bei dessen Besuch. Behörden halten einem Bericht zufolge eine hybride Attacke für möglich. Kiew bestätigt den Vorfall.

Dem irischen Medium "The Journal" zufolge sollen beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Anfang der Woche in Dublin mehrere Drohnen genau den Punkt erreicht haben, an dem sich dessen Regierungsflugzeug laut Flugplan hätte befinden sollen. Die Maschine sei jedoch etwas früher als gedacht gelandet und ihnen deswegen entgangen. Die in eine eingerichtete Flugverbotszone eingedrungenen Drohnen hätten dann Kreise über einem Schiff der irischen Marine gezogen, das für Selenskyjs Besuch in der Irischen See stationiert gewesen sei.

"The Journal" zufolge waren die Flugobjekte bis zu zwei Stunden unterwegs. Da sie ihre Lichter eingeschaltet hatten, hätten Sicherheitskräfte den Verdacht geäußert, dass Selenskyjs Ankunft gestört werden sollte, hieß es. Man gehe davon aus, dass die Drohnen groß, teuer und von militärischer Spezifikation waren und es sich um einen hybriden Angriff handeln könnte.

Mit solchen Angriffen wird immer wieder Russland in Verbindung gebracht. Unidentifizierte Drohnen überfliegen in europäischen Staaten regelmäßig Objekte der kritischen Infrastruktur, wie Kasernen oder Flugplätze. Piloten werden nur sehr selten ausfindig gemacht. Russische Drohnen waren in den vergangenen Monaten unter anderem nach Polen, Rumänien und Moldau eingedrungen. Flugzeuge der russischen Luftwaffe verletzten zudem mehrfach Lufträume von Ostseeanrainern.

Europäer für Drohnen schlecht gerüstet

Oft haben europäische Staaten nur wenige Mittel zur Verfügung, um gegen Drohnen vorzugehen. Dem Bericht zufolge verzichtete man in Irland auf einen Abschuss und hatte sonst kaum Möglichkeiten, etwas gegen die Flugobjekte zu unternehmen. Mögliche Piloten wurden nicht identifiziert.

Am Tag nach dem Bericht bestätigte die ukrainische Seite den Vorfall. Laut Dmytro Lytvyn, dem Kommunikationsberater des ukrainischen Präsidenten, hat es nach Angaben der Iren tatsächlich Drohnen gegeben, berichtete RBC Ukraine. Der Besuch von Selenskyj sei jedoch nicht beeinträchtigt worden, sagte er.

Quelle: ntv.de, rog

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