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Handelsabkommen als Druckmittel Irland will mit EU Regenwaldschutz erzwingen

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Leo Varadkar setzt auf wirtschaftlichen Druck.

(Foto: REUTERS)

Neben Experten sind auch Politiker vieler Länder bestürzt angesichts der beispiellosen Flächenbrände im Amazonas-Gebiet. Irlands Regierungschef hat eine Idee, wie die EU die südamerikanischen Staaten dazu bewegen könnte, den Regenwald zu schützen.

Irland droht mit einer Blockade des EU-Handelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten, wenn Brasilien den Regenwald am Amazonas nicht besser schützt. Ministerpräsident Leo Varadkar sei sehr besorgt über das rekordträchtige Ausmaß der Regenwald-Zerstörung, berichtet der "Irish Independent" unter Berufung auf Aussagen des Regierungschefs. "Irland wird keinesfalls für das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen stimmen, falls Brasilien seinen Umweltschutzverpflichtungen nicht nachkommt", wird Varadkar in dem Blatt zitiert.

Der französische Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die ausufernden Waldbrände am Amazonas als "internationale Krise" und will sie beim G7-Gipfel in Biarritz am Wochenende auf die Agenda setzen. Brasilien ist bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industriestaaten nicht dabei.

Bolsonaro verbittet sich Einmischung

Brasilianische Staatsanwälte wollen wegen der Brände Ermittlungen einleiten. Angesichts der zunehmenden Zerstörung des Urwaldes gehe es darum, zu untersuchen, ob der Umweltschutz vernachlässigt worden sei, teilte die Strafverfolgungsbehörde mit. Weltweit kritisieren Umweltschützer die Abholzung des Regenwaldes, der auch als "Lunge der Welt" bezeichnet wird.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat wiederholt erklärt, dafür eintreten zu wollen, das Amazonasbecken wirtschaftlich zu erschließen und Bergbau, Landwirtschaft und Holzeinschlag zu ermöglichen. Eine internationale Einmischung hat er sich verbeten.

Nach rund 20-jährigen Beratungen hatte die EU Ende Juni ein Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Wirtschaftsblock Mercosur vereinbart, dem neben Brasilien auch Argentinien, Paraguay und Uruguay angehören.

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Quelle: n-tv.de, shu/rts

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