Politik

Vergeltung nach Raketenangriff Israel beschießt Ziele im Gazastreifen

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Eine Explosion ist nach einem Angriff der israelischen Luftwaffe in Gaza zu sehen.

(Foto: dpa)

Die israelische Armee startet einen Vergeltungsangriff. Sie greift Stellungen der Hamas an, nachdem in der Nähe von Tel Aviv eine Rakete aus dem Palästinensergebiet eingeschlagen war. Auch aus dem Gazastreifen starten neue Raketen. Die Angst vor einem neuem Krieg wächst.

Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen hat Israels Luftwaffe zahlreiche Ziele in dem Palästinensergebiet beschossen. Die Armee teilte mit, es seien "Terrorziele" der im Gazastreifen herrschenden Hamas angegriffen worden. Einwohner des Küstenstreifens berichteten von lauten Explosionen. Israelische Hubschrauber hätten eine Einrichtung des militärischen Arms der radikalislamischen Palästinenserorganisation im Westen des Gazastreifens mindestens drei Mal angegriffen, sagten Augenzeugen. Krankenhäuser im Gazastreifen wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Bei einer Serie von Angriffen im Gazastreifen seien fünf Palästinenser verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit.

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Feuer und Rauch sind während eines israelischen Luftangriffs in Gaza-Stadt zu sehen.

(Foto: REUTERS)

Israels Luftwaffe hat nach Militärangaben das Büro von Ismail Hanija angegriffen, Chef der im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas. Israelische Kampfjets hätten Raketen auf sein Hauptquartier in der Stadt Gaza abgefeuert, berichteten auch palästinensische Medien. Das Gebäude sei dabei vollkommen zerstört worden. Die Hamas hatte in Erwartung israelischer Angriffe zahlreiche Posten und Gebäude geräumt.

Zwei weitere Gebäude zerstört

Zuvor waren zwei weitere Gebäude der Hamas in Gaza bei Luftangriffen zerstört worden. Eines gehöre einer Versicherungsfirma der im Gazastreifen herrschenden Hamas, hieß es in palästinensischen Medienberichten. Die israelische Armee teilte dagegen mit, das Gebäude diene den Hamas-Geheimdiensten. Nach Angaben von Sanitätern wurden bei dem Angriff drei Menschen verletzt. Die israelische Armee teilte mit, ein zweites in der Stadt Gaza angegriffenes Gebäude gehöre der Inneren Sicherheit der Hamas. Es habe militärischen Zwecken gedient.

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Hier werden Raketen aus dem Gaza-Streifen Richtung Israel abgeschossen.

(Foto: REUTERS)

Am Abend feuerten feuerten militante Palästinenser zahlreiche Raketen ins israelische Grenzgebiet. In mehreren Ortschaften im Umkreis des Gazastreifens heulten die Alarmsirenen, wie Israels Armee mitteilte. In der Grenzstadt Sderot wurde nach Medienberichten ein Haus direkt getroffen. Dabei sei aber niemand verletzt worden.

Schon am frühen Morgen war in einem Haus in Mischmeret nordöstlich von Tel Aviv eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete eingeschlagen. Das Gebäude wurde weitgehend zerstört; sieben Menschen wurden verletzt, darunter Kinder. Israel machte die Hamas verantwortlich. Die Palästinenserorganisation wies die Anschuldigungen zurück. "Niemand von den Widerstandsbewegungen, die Hamas eingeschlossen, hat ein Interesse daran, Raketen aus dem Gazastreifen auf den Feind abzufeuern", sagte ein Hamas-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Die Hamas habe kein Interesse an einer Konfrontation mit Israel. Hamas-Anführer Ismail Hanija warnte Israel allerdings davor, "rote Linien" zu überschreiten.

Netanjahu verkürzt USA-Besuch

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte bei einem Besuch in Washington, sein Land reagiere mit "Stärke" auf den Raketenangriff. "Wir werden tun, was nötig ist, unser Volk und unseren Staat zu verteidigen", erklärte er bei einer Pressekonferenz an der Seite von US-Präsident Donald Trump. Er kündigte an, seinen USA-Besuch abzukürzen. Nach dem Treffen mit Trump werde er umgehend nach Israel zurückkehren, "um die Einsätze aus der Nähe zu leiten".

Beobachtern zufolge will Netanjahu einen neuen Gaza-Krieg vor den israelischen Parlamentswahlen am 9. April allerdings vermeiden. Trump bekräftigte seine Unterstützung für den Verbündeten Israel. Washington erkenne das "Recht Israels an, sich zu verteidigen", sagte der US-Präsident. Zudem unterschrieb er ein Dekret, wonach die USA die Golanhöhen formell als israelisch anerkennen. Israel hatte die Golanhöhen im Sechstagekrieg besetzt und 1981 annektiert. International ist dies nicht anerkannt, vielmehr zählen die Golanhöhen zum Territorium Syriens.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/AFP