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Gewalt an Gaza-Grenze Israel reagiert auf Mörserangriffe

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Schwarze Rauchwolken an der Gaua-Grenze am 29. Mai 2018

(Foto: REUTERS)

Mörsergranaten und Raketen auf Städte im Süden des Landes: Israel erlebt den schwersten Angriff seit dem Gaza-Krieg 2014. Die Armee schlägt hart zurück und attackiert über 50 Ziele der Palästinenserorganisationen Islamischer Dschihad und Hamas.

Es ist die schwerste Eskalation der Gewalt an der Gaza-Grenze seit dem Krieg 2014: Rund 70 Mörsergranaten und Raketen wurden am Dienstag aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert, wie die israelische Armee mitteilte. Gegen Mittag griff die israelische Luftwaffe als Reaktion darauf mehr als 30 Ziele der radikalen Palästinenserorganisationen Islamischer Dschihad und Hamas an.

Nach Angaben der israelischen Luftwaffe wurden in der Nacht zum Mittwoch neue Luftangriffe auf zahlreiche Ziele in dem Palästinensergebiet geflogen. 25 "militärische Ziele" der radikalislamischen Hamas seien getroffen worden, teilte die Armee mit.

Die EU und die UN verurteilten die palästinensischen Attacken scharf. Ein Versuch palästinensischer Aktivisten, die israelische Seeblockade zu durchbrechen, scheiterte indes. Die USA forderten angesichts der palästinensischen Angriffe eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates.

Ein Sprecher der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad erklärte eine Waffenruhe. Daoud Schihab teilte mit, es sei mit ägyptischer Vermittlung eine Beruhigung vereinbart worden. Man wolle zu einer nach dem Gaza-Krieg 2014 von Ägypten ausgehandelten Waffenruhe zurückkehren. Man werde sich an die Waffenruhe halten, solange Israel dies auch tue, hieß es in der Mitteilung. Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas, die sich gemeinsam mit dem Islamischen Dschihad zu den Angriffen auf Israel bekannt hatte, äußerte sich zunächst nicht zu einer möglichen Waffenruhe.

Keine Waffenruhe

Israel dementierte jedoch nach Medienberichten die Vereinbarung einer Waffenruhe. Die Luftwaffe griff nach eigenen Angaben auch am späten Abend weiter Ziele im Gazastreifen an. Die zu hörenden Explosionen stünden mit diesen Einsätzen im Zusammenhang.

Nach Angaben der Armee konnte das Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) im Laufe des Tages etwa 25 der Geschosse aus dem Gazastreifen abgefangen. Allerdings sei eine Mörsergranate im Hof eines Kindergartens im Süden Israels eingeschlagen. Berichte über bis zu sechs leicht bis mittelschwer verletzte israelische Soldaten bestätigte die Armee zunächst nicht.

Netanjahu: Harte militärische Reaktion

Bei den israelischen Angriffen in Gaza wurde nach Angaben der Armee auch ein Angriffstunnel im Bereich des Warenübergangs Kerem Schalom an der Grenze zu Ägypten zerstört. In dem Küstengebiet wurde laut Bildungsministerium in Gaza auch eine Schule stark beschädigt, während die Schüler dort ihre Abschlussprüfungen schrieben. Es gab keine Berichte von Verletzten.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte bereits am Vormittag eine harte militärische Reaktion auf den Beschuss angekündigt. Nach Medienberichten berief er eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsstabs ein.

EU verurteilt Angriffe scharf

Die EU verurteilte die Angriffe auf Israel scharf. "Ich kenne die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden in Südisrael, aber wahllose Angriffe sind völlig inakzeptabel und vorbehaltlos zu verurteilen", schrieb der EU-Botschafter in Israel, Emanuele Giaufret, auf Twitter.

Der UN-Nahostgesandte Nikolay Mladenov sagte: "Solche Angriffe (...) untergraben die ernsthaften Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, die Situation in Gaza zu verbessern." Er forderte alle Beteiligten zur Zurückhaltung auf.

Israel hat vor mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt. Sie wird derzeit von Ägypten mitgetragen. Israel begründet die Blockade mit Sicherheitsinteressen.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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