Politik
Israelischer F-15-Jet bei einem Demonstrationsflug
Israelischer F-15-Jet bei einem Demonstrationsflug(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 09. April 2018

Vorwurf von Syrien und Russland: Israel soll Militärbasis bombardiert haben

Wer steckt hinter dem Luftangriff auf einen syrischen Militärflughafen? Zwei Staaten behaupten, dass sie es nicht waren. Zwei andere Staaten sehen den Schuldigen in Israel. Doch die dortige Regierung schweigt wie immer.

Russland und Syrien haben Israel für den Angriff auf einen syrischen Militärflughafen verantwortlich gemacht. Zwei F-15-Kampfjets der israelischen Armee hätten den Stützpunkt in der Nacht mit acht Raketen attackiert, erklärte das russische Verteidigungsministerium nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Der Stützpunkt sei vom libanesischen Luftraum aus mit acht Raketen beschossen worden, fünf davon seien von der syrischen Luftverteidigung abgewehrt worden. Die israelischen Kampfjets seien nicht in den syrischen Luftraum eingedrungen.

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Auch die syrische Armee machte Israel für den Angriff auf den Militärflughafen in der Provinz Homs verantwortlich, bei dem nach Angaben von Aktivisten 14 Menschen getötet wurden. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana sprach unter Berufung auf einen Militärvertreter von einem "israelischen Angriff". Die israelische Armee hatte zuvor jeglichen Kommentar zu der Attacke verweigert.

Libanesen hörten Explosionen

Ein israelischer Militärsprecher sagte, er könne sich zu den Angaben nicht äußern. Zuvor hatten die USA und Frankreich jede Verantwortung für den mutmaßlichen Angriff am Sonntag bei Homs zurückgewiesen.

Libanesischen Medien zufolge hatten Bewohner nahe der südöstlichen Grenze zu Syrien in den frühen Morgenstunden von Kampfjets im Luftraum berichtet, was möglicherweise auf einen Angriff aus Israel hindeuten könnte. Die Berichte konnten vorerst nicht unabhängig verifiziert werden. Israel hat in der Vergangenheit mehrfach die syrische Armee angegriffen, weil Syriens Machthaber Baschar al-Assad auch von Israels Erzfeind Iran unterstützt wird.

Am Samstag war nach Angaben von Hilfsorganisationen die syrische Rebellenhochburg Duma mit Giftgas angegriffen worden. US-Präsident Donald Trump hatte daraufhin mit Vergeltung gedroht. In New York will sich der UN-Sicherheitsrat unterdessen an diesem Montag in zwei Dringlichkeitssitzungen mit dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff befassen. Die USA beantragten eine Dringlichkeitssitzung mit acht weiteren Staaten, darunter auch die ständigen Ratsmitglieder Frankreich und Großbritannien. Auf Antrag Russlands soll es noch ein separates zweites Treffen geben.

Quelle: n-tv.de