Bekannt durch Greta ThunbergIsrael stoppt Gaza-"Hilfsflotte" vor Griechenland

Obwohl es keine Chance auf ein Durchkommen gibt, versuchen erneut Schiffe mit Aktivisten, zum Gazastreifen zu gelangen. In der Vergangenheit hatte Israel den Organisatoren schwere Vorwürfe gemacht. Nun werden sie bereits vor Griechenland gestoppt.
Die Boote einer "Hilfsflotte" für den Gazastreifen mit propalästinensischen Aktivisten an Bord sind nach Angaben der Organisatoren des Projekts von der israelischen Armee "umzingelt" worden. Israelische Armeeboote hätten "die Hilfsflotte in internationalen Gewässern illegal umzingelt und mit Entführung und Gewalt gedroht", erklärten die Organisatoren der "Global Sumud Flotilla" bei X. Die Kommunikation mit elf Booten sei unterbrochen.
Die Boote "wurden von militärischen Schnellbooten angefahren, die sich selbst als 'Israel' identifizierten", erklärten die Organisatoren. Die Menschen auf den militärischen Booten "richteten Laser und halbautomatische Sturmgewehre auf uns und befahlen den Teilnehmern, nach vorne an die Boote zu kommen und sich auf Hände und Knie zu begeben", hieß es weiter. "Die Bootskommunikation wird gestört und ein SOS wurde abgesetzt."
Das israelische Medium "ynet" berichtete unter Berufung auf einen israelischen Repräsentanten, man habe wegen der Größe der Flotte beschlossen, sie bereits in internationalen Gewässern weit vor der israelischen Küste unter Kontrolle zu bringen. Seit 2007 besteht eine israelische Seeblockade des Gazastreifens, die auch von Ägypten mitgetragen wird.
Boote aus mehreren Ländern
Die "Hilfsflotte" befand sich vor der Küste Griechenlands in der Nähe von Kreta, wie das Live-Tracking der Organisation auf ihrer Website zeigt. Die mehr als 50 Boote waren in den vergangenen Wochen von Marseille in Frankreich, Barcelona in Spanien und Syrakus in Italien ausgelaufen.
Ende 2025 hatte schon einmal eine "Hilfsflotte" versucht, in den Gazastreifen zu gelangen. An Bord der Schiffe waren mehrere prominente Persönlichkeiten, darunter die schwedische Aktivistin Greta Thunberg. Die Schiffe wurden damals von der israelischen Marine aufgebracht, die Besatzungsmitglieder festgenommen und anschließend ausgewiesen. Die israelische Seite warf der Flotte Selbstinszenierung sowie Verbindungen zur Terrororganisation Hamas vor. Auch seien teilweise wenig oder gar keine Hilfsgüter an Bord gewesen.
Im Oktober 2025 war eine Waffenruhe in dem Palästinensergebiet in Kraft getreten, trotzdem gibt es immer wieder Angriffe und Gewalt. Israel und die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas werfen sich gegenseitig Verstöße gegen das Abkommen vor. Die humanitäre Lage in dem Küstengebiet ist Hilfsorganisationen zufolge weiterhin äußerst prekär.