Politik

Auch Gespräche mit Hamas zu GazaIsrael und Libanon treffen sich inmitten hochkochender Kriegslage

01.06.2026, 20:02 Uhr
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Libanon und Israel sprechen schon länger miteinander. Hier ein Foto aus Verhandlungsrunden im April. (Foto: dpa)

Der Iran bricht Verhandlungen mit den USA ab und begründet dies mit den anhaltenden Angriffen Israels auf den Libanon. Tatsächlich leidet die libanesische Bevölkerung weiter unter massiven Angriffen. Genau zu diesem Zeitpunkt treffen sich Tel Aviv und Beirut zu Gesprächen in Washington.

Inmitten der sich zuspitzenden Lage zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah im Libanon kommen israelische und libanesische Regierungsvertreter am Dienstag und Mittwoch zu weiteren direkten politischen Gesprächen zusammen. Es ist die vierte Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon. Sie sollen früheren Angaben zufolge wie die vorigen Gespräche auch in der US-Hauptstadt Washington abgehalten werden.

Die Lage zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah hatte sich zuletzt deutlich zugespitzt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte auch neue Angriffe auf Ziele der Hisbollah in den Wohngebieten der Vororte der Hauptstadt Beirut an. Auch im Süden des Landes greift das israelische Militär weiter massiv an und rückt dort mit seinen Truppen auch immer weiter ins Landesinnere fort. Auch die mit dem Iran verbündete Hisbollah verstärkte ihrerseits die Angriffe auf Nordisrael.

Die libanesische Regierung ist keine Konfliktpartei in dem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah. Sie fordert bei den Gesprächen zunächst vor allem ein Ende der Kampfhandlungen und einen dauerhaften Waffenstillstand. Israel will eine Entwaffnung der Hisbollah durchsetzen. Eine Normalisierung der Beziehungen hat die libanesische Regierung unter den aktuellen Bedingungen mehrfach ausgeschlossen. Die Hisbollah selbst lehnt Verhandlungen ab. Sie hat die Gespräche mehrfach als Kapitulation bezeichnet.

Im Rahmen der Gespräche war Mitte April erstmals eine Waffenruhe erklärt worden. Sie wurde daraufhin mehrmals verlängert. Faktisch ging der Krieg jedoch weiter. Die Kampfhandlungen wurden seitdem nicht eingestellt.

Medienberichten zufolge soll es am Donnerstag in Ägypten zudem neue Gespräche mit der Hamas geben, um im Rahmen des von den USA vorangetriebenen Gaza-Friedensplans ihre Entwaffnung zu erreichen. Die Islamistenorganisation lehnt dies bislang ab.

Die "Times of Israel" berichtete unter Berufung auf zwei an dem Prozess beteiligte arabische Diplomaten, dass der von US-Präsident Donald Trump gegründete Friedensrat wegen des Stillstands in der Angelegenheit derzeit Alternativen erwäge. Möglich sei etwa, mit dem Wiederaufbau bereits in dem von Israels Armee kontrolliertem Gebiet des Gazastreifens zu beginnen und anschließend die Palästinenser - die derzeit alle in einem Teil leben, in dem die Hamas ihre Macht wieder gefestigt hat - zum Umzug zu motivieren.

Viele Menschen hausen im Gazastreifen noch immer in Zelten. Das Blatt räumte jedoch ein, dass unklar sei, ob die Gaza-Bevölkerung willens sei, unter israelischer Besatzung zu leben, und ob die Hamas einen Umzug der Menschen in von Israel kontrolliertes Gebiet zulassen würde.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte kürzlich gesagt, dass Israel seine militärische Kontrolle über den Gazastreifen von derzeit 60 Prozent des Gebiets auf 70 Prozent ausweiten wolle. Bei Inkrafttreten der von den USA vermittelten Waffenruhe im Oktober 2025 lag der israelisch kontrollierte Bereich noch bei 53 Prozent.

Quelle: ntv.de, toh/dpa

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