Lange unter Trümmern verborgenIsraelischer Luftangriff: Massenbegräbnis für 100 Menschen im Gazastreifen

Im Gazastreifen liegen weiterhin Tausende Tote unter den Trümmern begraben, die Israel mit seinen massiven Luftangriffen verursacht hat. Bei Bergungsaktionen werden in den Trümmern eines einzelnen Wohnhauses offenbar die Überreste von 100 Menschen entdeckt.
Im Gazastreifen sind 100 Palästinenser bei einem Massenbegräbnis bestattet worden, deren Leichen aus den Trümmern eines einzelnen Wohngebäudes geborgen worden sein sollen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, war das Gebäude bei einem israelischen Angriff im Oktober 2023 getroffen worden. Palästinensische Behörden schätzen, dass in dem von Israel abgeriegelten Küstengebiet die Überreste von mehr als 8000 Menschen weiterhin unter den Trümmern zerstörter Gebäude verschüttet sind.
Es habe 1017 Tage gedauert, diese Leichen aus den Trümmern zu bergen, weil Israel verhindere, dass Bulldozer, Lastwagen und Bagger in den Gazastreifen gelangen, schrieb Muhammad Shehada, der als Gastwissenschaftler für das Politikinstitut Europäischer Rat für Auswärtige Beziehungen tätig ist. Die Menschen im Gazastreifen müssten deswegen meist mit ihren bloßen Händen nach Leichen graben.
UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hatte Mitte September nach dem Fund Hunderter Leichen in den Trümmerbergen des Gazastreifens Sorge über mögliche Kriegsverbrechen geäußert. Die sterblichen Überreste seien aus den Trümmern zerstörter Gebäude geborgen worden, erklärte Türk. Darunter befänden sich offenbar ganze Familien sowie viele Frauen und Kinder. Die Funde stammten aus Gebieten, die bei israelischen Angriffen während des vor fast drei Jahren begonnenen Krieges zerstört worden waren.
Israel hat Vorwürfe, gezielt Zivilisten anzugreifen, stets zurückgewiesen. Menschenrechtskommissar Türk befürchtet, dass die bisherigen Funde "lediglich die Spitze des Eisbergs" sein könnten. Dem palästinensischen Zivilschutz zufolge wurden seit November 2025 mehr als 630 Leichen und sterbliche Überreste geborgen.
Im Gazastreifen hat wegen geschätzt 61 Millionen Tonnen Schutt eine der größten Räumungsaufgaben der jüngeren Geschichte begonnen. Die Räumung der Trümmer im Gazastreifen könnte nach UN-Angaben sieben Jahre dauern. Voraussetzung dafür sei ein ungehinderter Zugang für schwere Maschinen und eine stetige Versorgung mit Treibstoff, der aufgrund israelischer Einschränkungen im Gazastreifen knapp ist. Israel begründet die Auflagen mit Sicherheitsbedenken.
.webp)