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AKP bestreitet Niederlage Istanbul überprüft Wahlzettel noch einmal

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Nach der Wahl in der Türkei: Die Plakate werden abmontiert, doch Erdogan wehrt sich gegen die drohende Niederlage in Istanbul und Ankara.

(Foto: dpa)

"Alles ist noch offen", erklärt Präsident Erdogan per Videobotschaft und lässt in Istanbul Stimmzettel der Kommunalwahl neu auszählen. Auch für Ankara ist die Aktion angekündigt. Die Regierungspartei legt Widerspruch gegen die Wahlniederlage ein.

Nach den Kommunalwahlen in der Türkei werden in Istanbul teilweise die Stimmzettel neu ausgezählt. In 18 Bezirken würden Wahlzettel überprüft, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. In drei Bezirken werden demnach sogar alle Stimmzettel neu ausgezählt. Angesichts ihrer erwarteten Niederlage in Istanbul und Ankara hatte die Regierungspartei AKP zuvor in beiden Städten Einspruch gegen das Ergebnis eingelegt.

AKP-Vertreter hatten am Dienstag Unregelmäßigkeiten und Fälschungen bei der Wahl am Sonntag geltend gemacht. In Ankara forderten sie eine Neuauszählung in elf Bezirken. Wann diese beginnt, ist unklar. Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte in einem Video, das im Internet veröffentlicht wurde: "Alles ist noch offen."

Ein Verlust von Ankara und Istanbul wäre für die AKP ein harter Schlag, nachdem sie und ihre islamisch-konservative Vorgängerpartei die Städte 25 Jahre lang regiert hatte. Die erwartete Niederlage in den beiden größten Städten der Türkei gilt auch als persönlicher Denkzettel für Erdogan, nachdem er die Abstimmung zu einer Art Referendum über seine eigene Politik gemacht hatte.

Knappes Wahlergebnis in den Metropolen

Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen hatte der Istanbuler AKP-Kandidat Binali Yildirim am späten Sonntagabend den Sieg reklamiert. Am Montagvormittag erklärte jedoch der Leiter der Wahlkommission, dass der CHP-Kandidat Ekrem Imamoglu mit 25.000 Stimmen in Führung liege. Yildirim gestand später den Vorsprung seines Rivalen ein, betonte aber, dass die Überprüfung noch nicht abgeschlossen sei.

In Ankara kam der CHP-Kandidat Mansur Yavas auf 50,9 Prozent, während sein Rivale von der Regierungspartei 47,1 Prozent erhielt. Die Parteien hatten bis Dienstagnachmittag Zeit, um bei der Wahlkommission gegen die Ergebnisse Einspruch einzulegen. Die AKP fordert insbesondere eine Überprüfung der Wahlzettel, die bei der Auszählung als ungültig gewertet worden waren. In Istanbul sind das rund 290.000 Stimmen.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP

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