Politik

Koalitionsgespräche in Sackgasse Italien steuert auf Neuwahlen zu

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Luigi di Maio bekommt keine regierungsfähige Mehrheit zusammen.

(Foto: REUTERS)

Zwei Monate nach der Wahl hat Italien noch immer keine neue Regierung. Die Fünf-Sterne-Bewegung und die rechte Lega finden nicht zusammen. Lega-Chef Salvini will das Bündnis mit Silvio Berlusconis Forza Italia nicht verlassen.

In Italien fordert der Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi di Maio, knapp zwei Monate nach der Parlamentswahl vorgezogene Neuwahlen. "Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem es keine andere Lösung gibt", erklärte di Maio über Facebook und warf den Mitte-Links und Mitte-Rechts Parteien vor, Verhandlungen über eine Regierungsbildung mit der Fünf-Sterne-Bewegung zu verweigern. Allerdings hat Staatspräsident Sergio Mattarella bereits klargestellt, dass er zügige Neuwahlen ablehnt.

Aus der Wahl am 4. März war die Fünf-Sterne-Bewegung als stärkste Partei hervorgegangen. Ein Mitte-Rechts Parteienbündnis, zu dem die rechte Lega zählt, konnte zwar die meisten Sitze erringen, verfehlte aber die Regierungsmehrheit. Die bislang regierende Demokratische Partei (PD) landete abgeschlagen auf dem dritten Platz.

Di Maio hatte die Lega aufgefordert, eine Koalition mit seiner Bewegung einzugehen. Allerdings müsse die Lega dafür das Bündnis mit der Forza Italia unter Silvio Berlusconi verlassen. Dies lehnte Lega-Chef Matteo Salvini ab. Auch von der PD handelte sich di Maio einen Korb ein. Sieben von zehn Italienern hätten für Salvini oder di Maio gestimmt, sagte PD-Chef Matteo Renzi dem TV-Sender RAI. "Es liegt nun an ihnen, eine Regierung zu bilden."

Neuwahlen frühestens im Herbst

Den Vorschlag, eine von einer breiten Parlamentsmehrheit getragenen Regierung von nicht parteigebundenen Experten zu bilden, lehnte bislang sowohl die Fünf Sterne als auch die Lega ab. Staatspräsident Mattarella hält die von di Maio vorgeschlagenen Neuwahlen im Juni auch organisatorisch für nicht machbar.

In Italien herrscht die Einschätzung vor, dass als frühester Wahltermin ein Tag im kommenden Herbst in Frage kommt. Seit der März-Wahl könnte sich die politische Stimmung möglicherweise geändert haben. In der nordöstlichen Region Friuli Venezia Giulia errang das Mitte-Rechts-Bündnis bei einer lokalen Abstimmung einen klaren Sieg, während die Fünf-Sterne-Bewegung an Zustimmung verlor.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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