Politik

Ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen soll Finanzministerin werden

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Janet Yellen soll im Biden-Kabinett Finanzministerin werden. Bestätigt ist das aber noch nicht.

(Foto: dpa)

Janet Yellen war Professorin in Berkeley und leitete die US-Notenbank, wo sie für eine pragmatische Fiskalpolitik stand. In der Corona-Krise setzt der kommende Präsident offenbar auf die Expertise der 74-jährigen überzeugten Keynesianerin.

Der designierte US-Präsident Joe Biden will offenbar die ehemalige US-Notenbank-Chefin Janet Yellen zur ersten Finanzministerin in der Geschichte der USA machen. Der Demokrat habe vor, die 74-Jährige für den Posten zu nominieren, sagten zwei seiner Parteifreunde am Montag. Auch das "Wall Street Journal" berichtet unter Berufung auf Insider über die Personalie. Ein Sprecher von Bidens Wahlkampfstab lehnte eine Stellungnahme ab, ebenso Yellen selbst, als sie telefonisch um einen Kommentar gebeten wurde. Biden-Beraterin Jen Psaki kündigte auf Twitter an, dass Anfang kommende Woche "einige Mitglieder des Wirtschaftsteams bekanntgegeben werden".

Biden hat den Wiederaufbau der US-Wirtschaft nach dem Einbruch im Zuge der Corona-Krise zu einem Schwerpunkt seiner Präsidentschaft erklärt. Yellen, die sich stets als Keynesianerin verstand, hat sich dafür ausgesprochen, mit höheren Staatsausgaben der US-Wirtschaft aus der Rezession zu verhelfen. Gleichzeitig hat sie wiederholt die wachsende ökonomische Ungleichheit als Bedrohung für amerikanische Werte kritisiert.

Bidens Amtsübernahme ist für den 20. Januar vorgesehen. Er stellt derzeit die Kandidatenliste für sein Kabinett zusammen. Erste Namen für Spitzenposten im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik gab er zum Wochenauftakt bereits bekannt. Er setzt vor allem auf langjährige, erfahrene Weggefährten, die sich in ihren künftigen Aufgabenfeldern bereits einen Ruf als Experten erworben haben.

Bei Trump nicht wohlgelitten

Auch Yellen genießt hohes Ansehen in Politik, Wirtschaft und auf dem internationalen Parkett. Als Finanzministerin wäre sie die erste Frau an der Spitze des Schlüsselressorts, sollte der Senat sie im kommenden Jahr bestätigen. 2014 hatte die frühere Professorin an der Elite-Universität Berkeley und Arbeitsmarktexpertin - ebenfalls als erste Frau - den Posten als Chefin der US-Notenbank übernommen, nachdem der damalige Präsident Barack Obama sie nominiert hatte. Bei dessen Nachfolger Donald Trump stieß sie jedoch auf wenig Gegenliebe. 2018 folgte ihr Jerome Powell nach, der auch jetzt noch Fed-Chef ist. Neben Yellen galten zuletzt auch Fed-Direktorin Lael Brainard, der Chef der Notenbank von Atlanta, Raphael Bostic, und die ehemalige Fed-Direktorin Sarah Bloom Raskin als Anwärter für den Chefposten im Finanzministerium.

Biden hatte am Montag eine Reihe von Nominierungen für Top-Posten in seiner Regierung bekanntgegeben. Darunter fanden sich eine Reihe auch im Ausland bekannter Namen, allen voran der einstige Präsidentschaftskandidat John Kerry. Er soll Klimabeauftragter werden. Künftiger Außenminister unter Biden soll dessen langjähriger Vertrauter und Weggefährte Antony Blinken werden, wie der Mitarbeiterstab des designierten Präsidenten mitteilte. Als Nationaler Sicherheitsberater ist demnach Jake Sullivan vorgesehen, ebenfalls ein langjähriger Gefährte Bidens und ein Außenpolitik-Fachmann. Zur Botschafterin bei den Vereinten Nationen will Biden Linda Thomas-Greenfield ernennen. Alejandro Mayorkas soll das Heimatschutzministerium leiten.

Quelle: ntv.de, ino/rts