Politik

Gefahr durch Nordkorea Japan steckt Rekordsumme in Verteidigung

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In diesem Jahr schoss Nordkorea zwei Raketen Richtung Japan.

(Foto: AP)

Japan sieht sich durch Nordkorea bedroht und will nun seine Raketenabwehr verstärken. Tokio hebt den Wehretat deshalb stark an. US-Präsident Trump dürfte darüber erfreut sein.

Japan will im kommenden Haushaltsjahr so viel Geld für Verteidigung ausgeben wie noch nie. Mit der Erhöhung des Wehretats auf umgerechnet rund 38,8 Milliarden Euro solle vor allem die Abwehr militärischer Gefahren durch Nordkorea verstärkt werden, teilte die Regierung in Tokio mit. Japan will unter anderem ein neues Raketenabwehrsystem aufbauen und sein eigenes Raketenarsenal erweitern.

Japan fühlt sich durch Nordkoreas Raketen- und Atombombentests bedroht. Allein in diesem Jahr überquerten nordkoreanische Raketen zwei Mal bei Testflügen japanisches Territorium. Verteidigungsminister Itsunori Onodera hatte vor wenigen Tagen die Erhöhung der Ausgaben damit begründet, dass "Nordkorea seine Raketenkapazitäten ausbaut und wir unsere Fähigkeiten fundamental verbessern müssen".

Japan plant unter anderem die Stationierung des aus den USA stammenden Raketenabwehrsystems Aegis Ashore. Zudem will das Land Marschflugkörper aus US-Produktion mit einer Reichweite von 900 Kilometern kaufen. US-Präsident Donald Trump hatte Japan bei einem Besuch im vergangenen Monat zum Erwerb von Rüstungsgütern aus seinem Land ermuntert: "Das bedeutet viele Arbeitsplätze für uns und viel Sicherheit für Japan."

Mit dem Haushaltsentwurf sollen die Verteidigungsausgaben das sechste Jahr in Folge ansteigen. Der gesamte Staatshaushalt hat ein Volumen von umgerechnet 726,1 Milliarden Euro. Auch das ist ein Rekord; steigende Sozial- und Gesundheitsausgaben der schnell alternden japanischen Gesellschaft lassen die Ausgaben ansteigen. Die Vorlage muss noch vom Parlament verabschiedet werden. Das neue Haushaltsjahr beginnt im April.

Quelle: ntv.de, hul/AFP